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Lehrter lesen: Faszinierend schwere Kost

Lehrte Lehrter lesen: Faszinierend schwere Kost

Auftakt zur neuen Auflage der Kulturreihe „Lehrter lesen für Lehrter“: Claus Wegener, früherer stellvertretender Leiter des Lehrter Gymnasiums, zitiert in der Stadtbibliothek am Mittwochabend aus dem Literatur-Klassiker „Berlin Alexanderplatz“ von Alfred Döblin.

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Claus Wegener, ehemaliger stellvertretende Leiter des Gymnasiums Lehrte, stellt in der Stadtbibliothek seinen Lieblingsautor Alfred Döblin vor.

Quelle: susanne Hanke

Sehnde. Er sei ein eigenwilliger Autor gewesen, dieser Alfred Döblin. Der Roman „Berlin Alexanderplatz sei mithin „schwer verdauliche Kost“, sagt Claus Wegener. Aber beide, Autor wie Roman, seien im höchsten Maße faszinierend. Döblin in seinem Schaffen – einem reichhaltigen Bouquet aus Literatur, Kunst, Theologie und Physik. Und der Roman in seiner Wirkung und seiner Gestalt als Collage und Kaleidoskop des Lebens, mit Berlin als Hauptdarsteller.

Im Studium habe er sich mit dem Roman „Berlin Alexanderplatz“ erstmals auseinandergesetzt, sagt Wegener. Er sei damals „platt gewesen“ von dem Werk. „Und ich bin immer noch platt, habe den Roman bis jetzt achtmal gelesen und entdecke dabei immer noch neue Perspektiven“, sagt der Pädagoge, der in Sehnde lebt, sich aber als „Lehrter im Herzen und Geiste“ beschreibt.

Um diese „schwer verdauliche Kost“ dem Publikum schmackhaft zu machen, spannt Wegener einen weiten literarischen Bogen. Die Erzähltechnik des 1929 erschienenen Romans mit dem Versuch, die Wirklichkeit einzufangen, sei bis heute nicht erreicht. Kostproben gibt Wegener aus ausgesuchten Kapiteln, die er teils mit berlinerischem Dialekt und sehr bildhaft vorträgt. Um das Verständnis zu erleichtern, beschreibt er auch die eckigen Klammern die im Roman auftauchen oder die Satzzeichen, welche die Gedanken des Autors hervorzuheben sollen.

Ebenso warnt Wegener aber vor dem letzten Kapitel, das eine Schlachthausszene beschrieb. Das sei wirklich schwerer Tobak und für ihn „die ungeheuerlichste Stelle in der Literatur“. Abschrecken lässt sich das Publikum von diesem blutigen Totengericht der Tiere jedoch nicht. Er bleibt neugierig genug um sich der schweren Kost auch in dieser Facette zu widmen.

Von susanne Hanke

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