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DGB fühlt Bundstagskandidaten auf den Zahn

Lehrte DGB fühlt Bundstagskandidaten auf den Zahn

Der DGB hat am Donnerstagabend fünf Bundestagskandidaten und einem Ersatzmann zu Programmen und Zielen ihrer Parteien auf den Zahn gefühlt. Im Vereinsheim des SV 06 ging es um Gewerkschaftsthemen wie Arbeit, Bildung und Rente. Rund 60 Gäste hörten zu - und durften am Ende auch Fragen stellen.

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Über Rente, Arbeit und Bildung: Hans-Joachim Deneke-Jöhrens (CDU, von links), Roland Panter (Grüne), Moderator Torsten Hannig, Matthias Miersch (SPD), Gerhard Posywio und Jessica Kaußen diskutieren auf dem Podium.

Quelle: Katja Eggers

Lehrte. Auf dem Podium saßen die Bundestagskandidaten Matthias Miersch (SPD), Roland Panter (Grüne), Gerhard Posywio (Piratenpartei) und Jessica Kaußen (Linke). Für Christdemokratin Maria Flachsbarth war der Landtagsabgeordnete und Lehrter CDU-Chef Hans-Joachim Deneke-Jöhrens eingesprungen.

Reinhard Nold, Vorsitzender des örtlichen DGB, wählte als Einstieg in die Diskussion einen Film, in dem DGB-Mitglieder singend für die Stärkung der gesetzlichen Rente warben, und ließ dann einen jungen Mann zu Wort kommen, der von seinen ersten Erfahrungen in der Arbeitswelt berichtete. Er hatte in einer Firma erst eine Ausbildung gemacht, war dann nicht übernommen, aber später dort als Leiharbeiter eingestellt worden. "Leiharbeit ist heute kein Einzelfall mehr", betonte Moderator Torsten Hennig vom DGB Region Niedersachsen Mitte. Von den Kandidaten wollte er hören, wie sie zu Leiharbeit und Werkverträgen stehen.

Miersch forderte, dass es eine sachgrundlose Befristung, also befristete Arbeitsverhältnisse ohne sachlichen Grund, nicht mehr geben dürfe. "Das muss gesetzgeberisch aufgehoben werden, der Staat muss klare Regeln setzen", sagte er.

Kaußen sprach sich gegen den Missbrauch von Leiharbeit und Werkverträgen aus. "Das ist Sklavenhaltung und muss eingeschränkt und bestraft werden", erklärte sie. Als Linke fordere sie bei entsprechender Leistung eine Ausbildungsplatz- und Übernahmegarantie. Wenn junge Leute nach ihrer Ausbildung nicht übernommen würden, müsse sich das Unternehmen mit einer Frist von drei Monaten klar positionieren. "Das Leben muss planbar werden", betonte Kaußen.

Roland Panter machte darauf aufmerksam, dass längst nicht nur prekäre Jobs von Entwicklungen wie der Automatisierung bedroht seien, sondern zum Beispiel auch Ärzte und Steuerberater. "Aber da sehe ich bei den großen Parteien keinen Gestaltungswillen, um dem entgegenzuwirken", sagte Panter. Posywio ergänzte, dass neun von zehn wissenschaftlichen Mitarbeitern heute befristete Arbeitsverträge haben. "Standard müssen Vollzeitstellen werden", betonte der Pirat.

Deneke-Jöhrens war der Einzige in der Runde, der die Leiharbeit nicht gänzlich verurteilte. Natürlich dürfe es keinen Missbrauch geben. Generell sei Leiharbeit aber ein Mittel, um kurzfristig auf zusätzliche Aufträge zu reagieren und Menschen den Einstieg in Betriebe zu ermöglichen. Zudem mache Leiharbeit in Deutschland nur 2,8 Prozent der Gesamtbeschäftigung aus. "Gerade in der Wissenschaft ist es ganz normal, dass Doktoranden nur befristet für ein bestimmtes Projekt einen Vertrag bekommen", erklärte der Christdemokrat.

Er hatte die anderen Kandidaten auch beim Thema Rente gegen sich. Während Kaußen als Mittel gegen Altersarmut für eine solidarische Mindestrente plädierte, Posywio ein bedingungsloses Grundeinkommen, Panter eine Grundrente und Miersch eine Solidarrente und einen Übergang zur Erwerbstätigkeitsversicherung forderten, verteidigte Deneke-Jöhrens die Rentenbeschlüsse der Großen Koalition. Nichtsdestotrotz sei eine Rentenkommission geplant, die 2019 neue Vorschläge vorlegen soll, sagte er.

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Das Vereinsheim des SV 06 Lehrte ist bei der Veranstaltung gut gefüllt.

Quelle: Katja Eggers

Von Katja Eggers

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