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In den Wohnpark zieht auch ein Pflegedienst

Lehrte In den Wohnpark zieht auch ein Pflegedienst

Mit dem geplanten "Wohnpark Ahlten" mit barrierefreien Wohnungen für Senioren und Menschen mit Bewegungseinschränkungen bekommt der Ort noch ein zweites Novum dazu: Die DRK-Pflegedienste Hannover richten an der Backhausstraße eine Servicestation für betreutes Wohnen ein - die für alle Ahltener offen steht.

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Wie ein Hofensemble soll der Wohnpark Ahlten von der Backhausstraße aus wirken. Der Torpfosten stammt noch von dem alten Bauernhof.

Quelle: privat

Ahlten. So lange selbstbestimmt in der eigenen Wohnung zu leben wie möglich - das ist das Konzept, das hinter dem Wohnpark steht. "Viele ältere Menschen wollen sich verkleinern und aus ihrem Haus in eine seniorengerechte Wohnung ziehen", sagt Bauherr Arnd Fritzemeier. Das bestätigt Mario Damitz, Geschäftsführer der DRK-Pflegedienste Hannover: "Die Nachfrage nach solchen Wohnformen ist gigantisch." Etwa für rüstige Rentner, die noch eigenständig, aber barrierefrei wohnen und erst später einen Pflegedienst dazu buchen wollen. Dies sei eine Alternative zur herkömmlichen Heimunterbringung: Heime mit langen Fluren, von denen Einzelzimmer abgehen, seien ein Auslaufmodell, sagt Damitz. Bislang gebe es für die 17 bis 21 Wohnungen zwischen 53 und 120 Quadratmetern schon 20 Anfragen, verdeutlicht Fritzemeier - fast alle aus Ahlten. Weil es so etwas bisher in Ahlten nicht gibt, sei seine Mutter etwa nach Sehnde gezogen.

Das DRK habe für sein Seniorenwohnen das sogenannte "Quartierskonzept" entwickelt, erläutert Damitz. Der Service rund um Pflege und Betreuung sei deshalb nicht nur den Bewohnern des Wohnparks vorbehalten, sondern könne von allen Ahltenern in Anspruch genommen werden. Im Pflegestützpunkt werden zunächst fünf Mitarbeiter tätig sein, die Beratungen im Wohnpark, aber auch Pflege zu Hause anbieten. Zudem gibt es eine Rufbereitschaft rund um die Uhr.

Den Mietern steht ein "Concierge" als Ansprechpartner zur Verfügung. Dafür ist eine Grundgebühr von monatlich 50 Euro fällig. "Alle weiteren Leistungen müssen dazu gebucht werden", sagt Damitz. Diese reichen vom Briefkastenleeren und Blumengießen zu Urlaubszeiten über Hilfen im Haushalt bis zur Begleitung zu Behördenterminen. Zentrales Element ist der Gemeinschaftsraum, wo sich Bewohner und Einwohner treffen, klönen oder Schach spielen können. Aber auch Geburtstage können dort gefeiert werden - dafür wird keine Gebühr fällig. "Dadurch kann sich eine Hausgemeinschaft bilden, und die Menschen sind nicht isoliert."

Damitz ist wie Fritzemeier von dem Konzept einer Wohnanlage mit betreutem Wohnen überzeugt. Vor allem nach der Änderung der Gesetzeslage, die die ambulante Pflege gegenüber der klassischen stationären Betreuung in Altenheimen gestärkt habe. "Diese Wohnformen werden daher in der Zukunft einen Nachfragesog auslösen."

Ortsbürgermeisterin: Beginn für Generationswechsel

Im Ortsrat Ahlten kommt die Kombination aus barrierefreiem Wohnen und dem Angebot eines Pflegedienstes gut an. „Wir begrüßen das wirklich sehr“, sagt Ortsbürgermeisterin Heike Koehler. Das Projekt sei nicht nur zukunftsorientiert, sondern bediene auch eine aktuelle Nachfrage. „Ich habe fast nur Anfragen von Ahltenern.“

Für sie sei der Neubau auch Ausdruck eines Generationswechsels, sagt Koehler. Viele ältere Einwohner wollten ihre großen Häuser aufgeben und lieber in kleinere Wohnungen ziehen und womöglich noch einen Pflegedienst in ihrer Nähe haben. Das bleibe jedoch oft ein frommer Wunsch und werde nun in Ahlten möglich, freut sich die Ortsbürgermeisterin. „So können Ältere im Ort bleiben und haben weiter ihr vertrautes Umfeld und ihren Freundeskreis.“ Für seine Mutter sei das noch nicht möglich gewesen, sagt Bauherr Arnd Fritzemeier. Sie habe sich seinerzeit eine barrierefreie Wohnung für sich selbst gewünscht. Weil es dieses Angebot aber in Ahlten nicht gab, sei sie schließlich nach Sehnde gezogen.

Mit den absehbaren Eigentümerwechseln werde aber auch ein Problem aufgeworfen, sagt Koehler. Denn voraussichtlich würden dort Familien mit Kindern einziehen. „Die 750 000 Euro für einen Anbau an die Grundschule werden deshalb nicht reichen.“ Schon jetzt fehlten Räume für den Hort, aber auch Vereine wie die Theatergruppe Die Unverzagten und die Ahltener Musikanten suchten dringend einen Platz.

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Von Oliver Kühn

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