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Das Bauland in der Kernstadt ist rar

Lehrte Das Bauland in der Kernstadt ist rar

Die Kernstadt braucht neue Baugebiete. Doch an welcher Stelle? Am südöstlichen Rand, wo Lehrtes Politiker in mehreren Schritten ein 66 Hektar großes Wohnviertel erschließen möchten, wollen die Eigentümer einzelner Flächen ihr Gelände derzeit nicht verkaufen – ein Grund dafür, warum nun die Gartenkolonie Feierabend an der Manskestraße in den Fokus rückt.

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Wo kann in der Lehrter Kenrstadt noch gebaut werden? Eine Antowrt auf die Frage fällt schwer.

Quelle: Erwin Wodicka - wodicka@aon.at

Lehrte. Als der Rat der Stadt vor knapp einem Jahr das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (Isek) verabschiedet hatte, erschien alles ganz einfach. In dem Papier sind – neben der Kolonie Feierabend – noch mehrere weitere Flächen für die sogenannte bevorzugte Entwicklung von Baugebieten verzeichnet – am Westring, an der Gartenstraße, an der Windmühlenstraße. Und für mehrere Gebiete sieht der Isek-Plan eine sogenannte „Entwicklung nach Einzelfallprüfung“ vor, etwa für ein großes Gelände südlich vom alten Dorf.

Diese Prüfungen, also Gespräche mit Grundstückeigentümern, hat die Stadt erledigt. Das ernüchternde Ergebnis: Mancher will oder kann derzeit seine Flächen nicht verkaufen. Am Westring etwa beißt die Stadt schon seit vielen Jahren auf Granit. Die dortige Fläche soll nun ganz ihren Status als potenzielles Bauland verlieren.

Als „momentan gescheitert“ bezeichnet Stadtsprecher Fabian Nolting auch die Bemühungen der Stadt, Bauflächen an der Windmühlenstraße oder südlich vom alten Dorf zu erwerben. Schnell zu haben ist offenbar nur die Feierabend-Fläche. Dieses Gelände haben die Eigentümer an den Kleingärtnerverband verpachtet. Sie sind aber gewillt, es zu verkaufen.

Mittlerweile ist der Kampf „Gartenidylle contra dringend benötigtes Bauland“ in vollem Gang – mit Protestzügen der Feierabend-Gärtner und Stellungnahmen aus der Politik. Der Kernstadt-SPD scheint der Entschluss zwar wehzutun, sie gibt aber doch dem Bauland den Vorzug – bei bestmöglicher Entschädigung der Kleingärtner.

Allerdings ist die SPD auch unter Zugzwang. Sie hat vor den Kommunalwahlen damit geworben, die Wohnungsnot mit 1000 neuen Wohneinheiten in fünf Jahren zu beheben. Die CDU hält sich indes bedeckt. Man brauche noch Informationen, unter anderem zum Informationsfluss zwischen Stadt, Kleingärtnerverband und dem Verein Feierabend, sagt Fraktionschef Hans-Joachim Deneke-Jöhrens. In der kommenden Woche beginnt die politische Debatte um die Aufstellung eines Bebauungsplans für die Kolonie Feierabend – und zwar in einer Bauausschusssitzung am Montag ab 17 Uhr. Schon am Donnerstag soll über die Sache im Rat grundsätzlich abgestimmt werden – und zwar unter Protest der Kleingärtner.

Stadtsprecher Nolting betont indes, dass die Pläne für das riesige Neubaugebiet am südöstlichen Rand der Stadt nicht endgültig vom Tisch sind, sondern derzeit nur auf Eis liegen. Das dafür notwendige Verfahren zur Änderung des Flächennutzungsplans werde weiter vorangetrieben – um alle planungsrechtlichen Voraussetzungen in der Schublade zu haben, falls das Bauland doch irgendwann zu haben ist.

Von Achim Gückel

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