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Ein Theaterstück, das Geduld erfordert

Lehrte Ein Theaterstück, das Geduld erfordert

Schwere Kost auf der Theaterbühne: Das Theater für Niedersachsen führt im Kurt-Hirschfeld-Forum das Revolutuionsdrama "Dantons Tod" auf. Mit minimalistischem Bühnenbild, eindringlichen Dialogen und blütigen Bündeln.

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Der tugendhafte Robespierre (Moritz Nikolaus Koch) und der lasterhafte Danton (Dennis Haberrmehl) liefern sich Wortgefechte auf revolutionärem Niveau.

Quelle: Susanne Hanke

Lehrte. Freiheit! Gleichheit! Brüderlichkeit! Es sind die Schlagworte der französischen Revolution, die am Donnerstagabend durch das Kurt-Hirschfeld-Forum hallen. In scharfzüngigen Rededuellen prüfen die Protagonisten Robespierre und Danton die drei fordernden Substantive auf ihre Tauglichkeit.

Die ehemaligen Weggefährten stehen sich da schon ganz unbrüderlich in feindlichen Lagern gegenüber. Robespierre bekennt sich zu einer Schreckensherrschaft zur Herstellung von Recht, Ordnung und Tugend. Danton sehnt sich nach einer toleranten Republik, in der die Werte der Revolution gelebt werden.

All das ist alles andere als leichte Kost. „Dantons Tod“ von Georg Büchner ist ein Stück, das Geduld und intensives Zuhören einfordert. In der Inszenierung von Wolfgang Hoffmann setzt das Theater für Niedersachsen auf ein minimalistisches Bühnenbild, das die äußerlichen Merkmale der Akteure stark hervorhebt. Robespierre, gespielt von Moritz Nikolaus Koch, erscheint zugeknöpft im maßgeschneiderten Anzug. Dennis Habermehl in der Rolle des Danton wird sich im ersten Akt immer wieder schnell seiner Kleider überdrüssig.

Dem lasterhaften Aspekt der Figur Dantons gibt die Inszenierung viel Raum. In den Monologen spiegelt sich die Stimmung des Volkes wieder, die in hartem Kontrast zum abstrakten politischen Duell der Revolutionsführer steht. Und auch dem grausigen Aspekt der Revolutionszeit gibt die Aufführung Raum: Es rollen die Köpfe – blutige Bündel, getragen von den „Bürgern“, die als Randfiguren und Kommentatoren auftreten.

Von susanne Hanke

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