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Timberpak will mehr Gefahr-Holz verarbeiten

Lehrte Timberpak will mehr Gefahr-Holz verarbeiten

Das Unternehmen Timberpak will auf seinem Betriebsgelände am Ostrand der Kernstadt künftig mehr gefährliche Holzabfälle verarbeiten. Es beantragt eine Aufstockung der erlaubten Kapazität von 9000 auf 15.000 Tonnen pro Jahr. Lehrtes Politiker sind skeptisch und fordern mehr Informationen.

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Das Unternehmen Timberpak will auf seinem Gelände am Ostrand der Kernstadt deutlich mehr gefährliche Abfälle bearbeiten als bisher. Lehrtes Politiker haben dazu noch allerhand Fragen.

Quelle: Achim Gückel

Lehrte. Timberpak hat den Betrieb auf seinem Altholzlager- und Umschlagplatz auf dem Gelände zwischen Bahnanlagen und den alten Zuckerteichen vor etwa vier Jahren aufgenommen. Es bearbeitet, bricht und schreddert dort in großem Stil Altholz. Das zerkleinerte Material dient als Brennstoff für zwei Biomassekraftwerke in Brilon und in Wismar. 60.000 Tonnen Altholz darf Timberpak laut Genehmigung der Gewerbeaufsicht pro Jahr an seinem Lehrter Standort aufarbeiten - wobei das angelieferte Altholz in vier Kategorien eingeteilt wird, je nach Belastung mit Lacken oder Lösungsmitteln. Die Kategorie IV steht für "gefährliche Abfälle", von denen Timberpak pro Jahr derzeit 9000 Tonnen verarbeiten darf.

Das ist dem Unternehmen zu wenig. Es hat den Antrag gestellt, 15.000 Tonnen der gefährlichen Hölzer verarbeiten zu dürfen. Darüber hinaus soll die derzeit gültige Begrenzung für die Verarbeitung von Baum- und Strauchschnitt von 1000 Tonnen pro Jahr entfallen.

Der Umweltausschuss des Rates bewertet das Ansinnen des Unternehmens zurückhaltend. Es hat seine Empfehlung zu der Angelegenheit zunächst vertagt und möchte, dass ein Vertreter des Unternehmens in einer künftigen Sitzung Rede und Antwort steht. Die Umweltpolitiker wollen unter anderem wissen, wie die Arbeiten bei Timberpak kontrolliert werden. Fragen gibt es außerdem zur Trennung der Hölzer in die verschiedenen Gefahrenkategorien und zu den Staubentwicklungen, die es mitunter auf dem Gelände gibt.

"Ganz so harmlos scheint mir das nicht zu sein, was dort geschieht", sagte Erich Weber (CDU) im Ausschuss. Auch Hans-Joachim Deneke-Jöhrens (CDU) äußerte Sorgen, und es sei "ein bisschen abenteuerlich", dass Timberpak seinen Antrag ohne nähere Erklärungen eingebracht habe. Er sprach auch davon, dass unlängst dicke Wolken aus Holzstaub in Richtung Mielewerk gezogen seien und die Ablagerungen "fingerdick" auf geparkten Autos gelegen hätten.

Stadtbaurat Burkhard Pietsch bestätigte die gelegentlichen Probleme mit dem Holzstaub. Timberpak sei aber verpflichtet, seine Holzberge zu wässern, um der Staubentwicklung vorzubeugen. Ein Regenrückhaltebecken auf dem Betriebsgelände sei aber wegen der anhaltenden Trockenheit offenbar leer, und das Unternehmern müsse Brauchwasser nutzen. Pietsch betonte aber auch, dass Timberpak für jede Nachricht offen sei, "wenn etwas nicht so gut läuft".

Von Achim Gückel

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