Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 6 ° Sprühregen

Navigation:
Nicht viel los im neuen Parkhaus

Lehrte Nicht viel los im neuen Parkhaus

Vor knapp fünf Wochen ist es mit einem Fest eröffnet worden. Doch zum großen Renner hat sich das neue Lehrter Parkhaus anscheinend noch nicht entwickelt. Die meisten der 345 Stellplätze in dem 5-Millionen-Bauwerk bleiben bislang frei. Auf den obersten Parkdecks herrscht sogar gähnende Leere.

Voriger Artikel
Stadtwerke warnen vor Geschäften an Haustür
Nächster Artikel
Dieb dringt in drei Kellerräume ein

Gähnende Leere: Auf Ebene 4 und 5 im neuen Lehrter Parkhaus steht nicht ein einziges Auto.

Quelle: Achim Gückel

Lehrte. Dreimal in dieser Woche haben Mitarbeiter des Anzeigers zu verschiedenen Tageszeiten nachgezählt, wie viele Autos im neuen Parkhaus an der Poststraße stehen. Einmal waren es 58, einmal 64 und gestern gegen 15 Uhr schließlich 59 Fahrzeuge. Gut belegt war jeweils nur die Ebene 2, das niedrigste Deck mit Park-and-ride-Plätzen. Dort standen jeweils rund 30 Wagen.

Doch je höher man in dem mit sechs Parkebenen ausgestatteten Gebäude steigt, desto weniger ist dort los. Die obersten Decks sind mitunter sogar vollkommen leer. Ist das riesige Parkhaus also ein riesiger Flop? Nein, ist es nicht, meint Frank Wersebe, Geschäftsführer der Parkhausgesellschaft. Er ist optimistisch, dass die Lehrter den Neubau nach und nach besser annehmen.

Schließlich seien zurzeit Sommerferien, viele Pendler hätten Urlaub, und auch in den Geschäften herrsche in diesen Tagen wenig Andrang. In der kurzen Zeit zwischen der Eröffnung des Parkhauses und dem Ferienstart hätten sehr viel mehr Lehrter ihr Auto dort abgestellt als derzeit. Da habe die Kalkulation für die Gebühreneinnahmen im Soll gelegen, betont Wersebe.

Der Geschäftsführer, der auch die Lehrter Wohnungsbau leitet, gibt aber auch zu, dass die Vermarktung der insgesamt 233 Park-and-ride-Plätze noch zu wünschen übrig lässt. Bisher seien davon nur 63 vermietet. Für 20 Euro Gebühr im Monat. Immerhin seien aber von den 45 Dauerparkplätzen (55 Euro pro Monat) schon stattliche 35 vergeben, sagt Wersebe.

Der Geschäftsführer nennt noch andere Gründe, warum seiner Meinung nach der Run auf das neue Parkhaus bisher ausbleibt. Viele Pendler hätten sich während der Bauzeit wohl daran gewöhnt, ihr Auto woanders abzustellen, etwa auf dem Schützenplatz, dem Parkplatz des E-Centers oder in Seitenstraße südlich des Bahnhofs.

Dort ist das Parken kostenfrei, und am E-Center wurde mit Eröffnung des Parkhauses auch die Parkscheibenpflicht wieder aufgehoben. Wenn der Herbst komme, werde mancher Autofahrer sicher lieber das Parkhaus nutzen, meint Wersebe.
Er betont auch, dass der Neubau quasi auf Zuwachs und „für 100 Jahre“ gebaut worden sei. „Schlimm wäre es, hätten wir das Gebäude zu klein gebaut“, sagt er. Darüber hinaus gelte für ein neues Parkhaus mit Gebühren gemeinhin eine Anlaufphase von zwei Jahren. „Das haben wir einkalkuliert“, meint Wersebe.

Effektive Kosten unter 5 Millionen Euro

Während die Nutzung des neuen Parkhauses noch zu wünschen übrig lässt, ist Frank Wersebe über einen anderen Aspekt sehr erfreut. Die Kosten für das Gebäude an der Poststraße seien genau in der Spur geblieben, sagt der Geschäftsführer der Parkhausgesellschaft. „Wenn man die Umsatzsteuer abzieht und den Zuschuss von der Landesnahverkehrsgesellschaft einbezieht, bleiben wir knapp unter 4,9 Millionen Euro“, sagt er. Das sei in Zeiten, da öffentliche Bauten mitunter deutlich teurer werden als geplant, ein sehr gutes Ergebnis. Die Gesamtkosten des Neubaus waren stets auf etwa 6,5 Millionen Euro taxiert worden. Der Zuschuss vom Land beträgt etwa 1,1 Millionen.

Von Achim Gückel

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Digitales Daumenkino: So wächst das Parkhaus

Das Parkhaus in Lehrte wächst zusehends. Woche für Woche macht HAZ-Redakteur Achim Gückel ein Foto des Baus aus derselben Perspektive. Daraus entsteht ein digitales Daumenkino.