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Im Gymnasium wird es eng

Lehrte Im Gymnasium wird es eng

Die Anmeldezahlen in den weiterführenden Schulen Lehrtes haben im Schulausschuss am Donnerstag für große Überraschung gesorgt. Denn jetzt ist klar: Die von der Verwaltung 2013 erhobenen Prognosen treten so nicht ein. So ist etwa das Gymnasium sehr gefragt und die IGS hat viel weniger Anmeldungen als erwartet.

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Am Gymnasium Lehrte wird es im neuen Schuljahr eng. Die Schulleiterin Silke Brandes fordert zusätzliche Räume.

Quelle: P. Oswald-Kipper

Lehrte. Eckhard Otto, Leiter des Fachdienstes Schule, Sport und Kultur stellte dem Ausschuss die aktuellen Anmeldezahlen vor: Demnach gibt es einen Run auf das Lehrter Gymnasium. Für den neuen fünften Jahrgang sind dort aktuell 176 Schüler angemeldet - damit würde der Jahrgang siebenzügig. Die Stadt hat allerdings auf der Grundlage einer Elternbefragung nur mit fünf Klassen geplant. Schulleiterin Silke Brandes verwies im Ausschuss vehement auf zusätzlichen Raumbedarf - hinter der Schule könne neu gebaut werden, sagte sie: "Wir haben nicht viel Zeit. Zum Schuljahr 2020/2021 brennt es bei uns richtig."

Ebenso dringlich meldete der stellvertretende Realschulleiter Burkhardt Gehrke Raumbedarf für seine Schule an. Das Raumkonzept für das Schulzentrum Lehrte-Süd müsse überarbeitet werden, sagte Gehrke. Bei der Realschule am Schulzentrum Lehrte-Süd war man einst von zwei bis drei Parallelklassen ausgegangenen. Mit 93 Schülern wird der fünfte Jahrgang dort nun vierzügig. Die IGS, die ab Klasse 9 am Schulzentrum untergebracht ist, wird allerdings dieses Jahr nur dreizügig - hier war man von sieben Zügen ausgegangen.

Ralf Wengorsch von der CDU stellte die Planungen der Verwaltung für die IGS am Schulstandort Lehrte-Süd in Frage. "Kann das so überhaupt noch umgesetzt werden", fragte Wengosch. Bodo Wiechmann, Fraktionschef der SPD, gestand "Überprüfungsbedarf" ein.

Erster Stadtrat Uwe Bee warb dafür, die beiden Schulen am Schulzentrum nicht einzeln, sondern als Ganzes zu betrachten. Ziel sei es, ein Konzept zu bekommen, bei dem Räume wechselseitig nutzbar seien.

Für Marcus Fracke, stellvertretender Schulelternratsvorsitzender, ist die IGS in Hämelerwald durch den neuen, zweiten Standort in Lehrte weniger nachgefragt: Neben dem langen Schulweg stehe für die aktuellen Fünftklässler definitiv ein Schulwechsel nach Lehrte bevor. Fracke: "Aus diesem Grund werden viele Lehrter überlegen, ob sie ihr Kind jetzt auf die IGS schicken."

Wahlkampf bestimmt die Diskussion

Die anstehende Kommunalwahl prägte die politische Diskussion um die Schulentwicklung in Lehrte. Ralf Wengorsch (CDU) betonte, die CDU habe bereits 2013 exakt die jetzt eingetretene Entwicklung prognostiziert. Auch SPD-Fraktionschef Bodo Wiechmann teilte aus: Er fragte, wie die CDU annehme, dass Millionen am Standort Hämelerwald ausgegeben wurden. "Sie erwecken mit einer solchen Erklärung in der Presse den Eindruck, dass hier Geld verpulvert wurde." Es seien in den letzten drei Jahren 1,3 Millionen Euro in den Erhalt der Immobilie investiert worden - davon der größte Teil in eine Dachsanierung und eine neue Heizung.

Grünen-Fraktionschef Ronald Schütz mahnte mehr Sachlichkeit an. Die generelle Veränderung der Schullandschaft in Niedersachsen habe neue Rahmenbedingungen geschaffen. Ursache für die jetzt abweichenden Anmeldezahlen seien sie Wiedereinführung des Abiturs nach 13 Jahren und die Freigabe des Elternwillens. Auch ein Zuhörer kritisierte das Wahlkampfgeplänkel. Er wünsche sich, dass sich die Politiker nicht mit sich selbst und ihrer Darstellung in der Presse beschäftigten, sondern an Ergebnissen arbeiteten, sagte er im Ausschuss.

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Von Redakteur Patricia Oswald-Kipper

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