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Ahltener will Flüchtlinge in Jobs vemitteln

Lehrte Ahltener will Flüchtlinge in Jobs vemitteln

Der Ahltener Wolfgang Plate möchte Flüchtlinge in Jobs vermitteln. Um zu erfahren, ob ortsansässige Firmen bereit wären, sie als Praktikanten oder Mitarbeiter zu beschäftigen, hat der 75-Jährige eine Umfrage in 15 Betrieben gemacht. Die Resonanz fiel positiv aus.

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Umfrage im Metallbaubetrieb: Wolfgang Plate (links) spricht mit Firmenchef Frank Gödeke über die Möglichkeit, Flüchtlinge als Praktikanten, Azubis oder Mitarbeiter zu beschäftigen.

Quelle: Katja Eggers

Ahlten. "Integration kann nur gelingen, wenn Flüchtlinge auch in die Wirtschaft und die Arbeitswelt eingebunden werden", sagt Wolfgang Plate. Der ehemalige Personalchef eines niedersächsischen Konzerns wollte herausfinden, ob dabei auch die heimischen Betriebe mitspielen. Für seine Umfrage hat er 15 Firmen in Ahlten, vor allem aus dem Bereich Industrie, aufgesucht und den  Chefs und Personalverantwortlichen die folgenden Fragen gestellt:

Wären Sie bereit, Flüchtlinge als Praktikanten zu beschäftigen? Würden Sie Flüchtlinge, die bei einem Praktikum ihre Eignung bewiesen haben, auch als Mitarbeiter einstellen? Und: Könnten Sie sich vorstellen, sich zu diesen Themen mit anderen Teilnehmern der Wirtschaft in einer Art Forum auszutauschen? Die Gespräche haben den Rentner motiviert, seine Idee weiterzuverfolgen. "Ich habe viel positive Resonanz erfahren", sagt Plate. Vor allem die Bereitschaft, Flüchtlinge als Praktikanten zu beschäftigen, sei groß. "Da waren 80 Prozent der Firmen sehr aufgeschlossen", berichtet Plate.

Die Unternehmen hätten jedoch auch deutlich gemacht, dass für ein Praktikum bestimmte Bedingungen erfüllt sein müssten. Wichtig seien vor allem ausreichende Deutschkenntnisse, um etwa Missverständnissen im Arbeitsablauf oder Fehlern beim Bedienen von Maschinen vorzubeugen.

Auch Frank Gödeke, Chef des gleichnamigen Metallbaubetriebs, wäre bereit, Flüchtlingen ein zweiwöchiges Praktikum anzubieten. Er kann sich zudem vorstellen, Flüchtlinge als Azubis zu beschäftigen. "Auch, weil es mittlerweile immer schwieriger wird, geeignete Deutsche als Azubis zu finden", sagt Gödeke. Den Bewerbern fehle es oft nicht nur an Grundkenntnissen, etwa in Mathematik, sondern auch an Disziplin und gutem Benehmen. "Ein Flüchtling kann seine mangelnden Sprachkenntnisse vielleicht mit großer Motivation und Zuverlässigkeit ausgleichen", sagt Gödeke.

Etwa 20 Prozent der befragten Firmen lehnten Flüchtlinge als Praktikanten hingegen generell ab. Sie befürchten unter anderem zu viel bürokratischen Aufwand und gesetzliche Hürden.

Bei der Frage, ob sie Flüchtlinge bei entsprechender Eignung auch als Mitarbeiter einstellen würden, sagten sogar 40 Prozent der Firmen Nein. "Unter anderem wurde die Sorge geäußert, dass Flüchtlinge mit unbestimmtem Aufenthaltsstatus irgendwann wieder in ihre Herkunftsländer zurückgeführt würden", sagt Plate.

Durchweg positiv fielen derweil die Antworten auf die Frage zum Erfahrungsaustausch im Firmenforum aus. "Da könnten dann auch Experten aus dem Bereich Arbeitsrecht Vorträge halten", sagt Plate. Für seine Idee möchte er nun möglichst viele Mitstreiter gewinnen. In einem nächsten Schritt will Plate zudem mit den Flüchtlingen selber sprechen.

Von Katja Eggers

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