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Gasexplosion: 39-Jähriger kommt vor Gericht

Lehrte Gasexplosion: 39-Jähriger kommt vor Gericht

Kurz vor Weihnachten 2014 gab es in einem Eckhaus an der Burgdorfer Straße eine heftige Gasexplosion. Jetzt steht der Bewohner der Dachgeschosswohnung vor dem Landgericht Hildesheim. Dem 39-jährigen wird vorgeworfen, er habe vorsätzlich Gas aus einer Therme ausströmen lassen und Feuer gelegt.

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Die Feuerwehr rückt mit einem Großaufgebot an, um das Feuer in dem Eckhaus an der Burgdorfer Straße zu löschen. Jetzt steht der Bewohner der Dachgeschosswohnung vor Gericht.

Quelle: Katja Eggers

Lehrte. Die Detonation am Mittag des 18. Dezember 2014 erschütterte weite Teile der Lehrter Innenstadt. Sie sprengte Fenster aus dem Haus an der Ecke Burgdorfer Straße/Grünstraße, setzte dessen Dachstuhl in Brand, ließ Nachbargebäude beben. Feuerwehrleute konnten die Flammen im Obergeschoss, die auch aus den Dachfenstern schlugen, zwar schnell löschen. Die Versicherung konstatierte später trotzdem einen Totalschaden. Die Wucht der Detonation hatte den Dachstuhl des erst kurz zuvor vollständig sanierten Mehrfamilienhauses angehoben und die Wände nach außen gedrückt.

Die Polizei ermittelte schnell, dass sich die Explosion in einem Wirtschaftsraum in der Dachgeschosswohnung zugetragen haben musste, in der der jetzt angeklagte Mann wohnte. Der damals 38-Jährige überstand die Detonation leicht verletzt. Er versengte sich unter anderen die Haare und war kurz nach der Explosion, nur mit einer Unterhose bekleidet, aus dem Haus gelaufen. Per Rettungswagen wurde er in ein Krankenhaus gebracht. Schnell wurde deutlich, dass der Mann vermutlich an der Gastherme manipuliert hatte. Nachbarn erzählten, der Mieter habe sich schon lange wunderlich verhalten und unter anderem immer wieder großen Lärm gemacht.

Die Staatsanwaltschaft legt dem mittlerweile 39-Jährigen nun das Herbeiführen einer Explosion zur Last. Er habe Gas aus der Therme entweichen lassen, welches sich dann in der gesamten Wohnung verteilte. Dann habe er an mehreren Stellen in der Wohnung Feuer entfacht und damit eine Explosion mindestens billigend in Kauf genommen.

Ob der Mann an Mittag des 18. Dezember 2014 Herr seiner Sinne war, wird im Prozess am Landgericht, der am Montag, 9. Mai, beginnt, eine zentrale Frage sein. Die Staatsanwaltschaft geht bereits von einer erheblich verminderten Schuldfähigkeit aus. Das Feuer habe der Angeklagte wohl gelegt, weil er sich aufgrund einer psychischen Erkrankung verfolgt fühlte. Genaueres über den psychischen Zustand des Mannes muss nun ein medizinischer Gutachter erläutern.

Das Gebäude an der Burgdorfer Straße ist mittlerweile abgerissen worden. An seiner Stelle entsteht nun ein Gebäudekomplex mit mehreren Wohnungen sowie einer Ladenzeile im Erdgeschoss.

Von Achim Gückel

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