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Ahltens Name soll wieder in alle Welt gehen

Lehrte Ahltens Name soll wieder in alle Welt gehen

Der Ahltener Briefmarkenfreund und Postkartensammler Eckhardt Krause hat einen ehrgeizigen Plan. Er möchte, dass der Name seines Heimatorts wieder per Poststempel in alle Welt getragen wird. Vorerst hat er für das Projekt eine Absage bekommen. Aber Krause lässt sich nicht entmutigen.

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Eckhardt Krause hätte gern wieder einen Ahltener Stempel auf seiner Post.

Quelle: Michael Schütz

Ahlten. Das Hobby Briefmarken ist mehr als nur bunte Bildchen sammeln. Das zumindest ist das Motto, nach dem Eckhardt Krause einen beträchtlichen Teil seiner Freizeit zubringt. Der Ahltener Philatelist kümmert sich nicht nur um die Postwertzeichen an sich. Für ihn sind Briefmarken am interessantesten, wenn sie noch auf einer Postkarte kleben. Und so hat der 68-jährige frühere Industriekaufmann eine Reihe von Postkarten vom Kaiserreich bis hin zu den Sechzigerjahren archiviert. An ihnen macht Krause Ortsgeschichte fest.

Die Karten haben ihn jetzt auf eine Idee gebracht, die er unlängst bei einem Vortrag beim Verein Lebendiges Ahlten öffentlich machte. Lange Jahre stand der Ortsname Ahlten im Poststempel – allerdings in verschiedenen Varianten: Bis 1933 hieß es „Lehrte bei Ahlten“, danach „Ahlten (Han)“ und ab 1950 „Ahlten über Hannover“. Erst in den Siebzigerjahren verschwand der Name und machte Platz für die postalische Hauptstelle Lehrte. Damit wurde Ahlten zu „Lehrte 4“ .

Heute finden sich auf den Briefen und Postkarten aus Ahlten die Bezeichnung „Lehrte 1 – ZV“. Krause sähe es gern, wenn der Ortsname wieder im Stempel auftauchte, gestand er. Auf seine Anfrage bei den zuständigen Stellen habe er die Information bekommen, dass ein Ahltener Stempel unmöglich sei, erklärt er. „Aber Immensen hat ja auch einen eigenen Stempel“, verweist er auf die Nachbarschaft. „Es muss also möglich sein.“

Ein Weg, Ahltens Namen wieder in alle Welt zu schicken, könnte sein, dass es zu besonderen Anlässen einen Sonderstempel gibt. „In Uetze zum Beispiel war das mal bei einer Wirtschaftsschau so“, sagt Krause. Diese Stempel wären dann aber zeitlich begrenzt.

Würde das gelingen, könnte der Name Ahlten, wie einst, per Post wieder zu besonderer Verbreitung gelangen, hofft Krause.

Der Findling-Streit zwischen Ahlten und Aligse

Seit er zehn Jahre alt war, sammelt Eckhardt Krause Briefmarken und mehr. Inzwischen interessieren ihn besonders die Geschichtsbezüge der Brief- und Kartenpost. Man könne zum Beispiel anschaulich die Inflation des Jahres 1923 nachverfolgen, als das Porto von 60 Pfennig innerhalb eines Jahres über 25 Mark, dann auf 15 000 bis hin zu 4 Milliarden Mark im November 1923 stieg.

Durch seine große Postkartensammlung ist bei Krause auch ein Teil der Ahltener Ortsgeschichte aufbewahrt. So hat er nicht nur mehrere Ansichten des damaligen Ausflugslokals Schwanenburg, das einst am heutigen Ortseingang in Lehrte, aber noch auf Ahltener Gemarkung, lag.

Dokumentiert ist auch eine Begebenheit aus dem Jahr 1913, als die Ahltener einen Findling aus der Aligser Feldmark stibitzten. Er sollte zur 100-Jahr-Feier der Leipziger Völkerschlacht aufgestellt werden. Stolz sind die Ahltener mit dem Stein auf der Karte abgebildet. Die Aligser zogen allerdings vor Gericht und erstritten sich den Findling zurück. Offenbar schadenfroh gestimmt, lichteten sie sich im Februar 1914 selbst am Bahnübergang in gleicher Pose für eine Postkarte ab.

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So wie bei diesem Stempel vom März 1915 war der Name Ahlten über viele Jahre zu lesen.

Quelle: Michael Schütz

Von Michael Schütz

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