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Bürger wollen Stadt ein Stück Park schenken

Lehrte Bürger wollen Stadt ein Stück Park schenken

Der Plan eines Investors, am Stadtpark ein Seniorenzentrum zu bauen, gerät heftig ins Stocken. Lehrtes Baupolitiker haben das Thema jetzt vertagt - unter anderem, weil eine Gruppe von Anwohnern ein spektakuläres Angebot gemacht hat. Die Bürger wollen den Neubau verhindern, indem sie der Stadt das für den Neubau vorgesehene Grundstück schenken, um damit den Stadtpark zu erweitern.

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Er möchte hier eine Erweiterung des Stadtparks sehen - und der Stadt das Gelände schenken: Hans-Dieter Weschke.

Quelle: Achim Gückel

Lehrte. So sieht Verblüffung aus. "Wir sind jetzt ein bisschen sprachlos", sagte Wilhelm Busch (CDU), Vorsitzender des Bauausschusses, nachdem Hans-Dieter Weschke dem Gremium seinen Vorschlag unterbreitet hatte. Er wolle der Stadt, gemeinsam mit zwei weiteren Anwohnern des Stadtparks, die mögliche Baufläche für das Seniorenzentrum im Rahmen einer Schenkung finanzieren, hatte Weschke gesagt. Zuvor hatte er darüber gesprochen, warum auf dem etwa 3500 Quadratmeter großen Gelände kein Alten- und Pflegeheim entstehen dürfe. Lasse die Stadt dieses zu, verabschiede sie sich von dem lang gehegten Plan eines durchgängigen Grünzugs vom Wasserturm bis zum Hohnhorstsee.

Die Grünfläche, um die es geht, befindet sich an der Straße Am Stadtpark, direkt gegenüber den Parkplätzen des Friedhofs. Sie zieht sich weit in den Stadtpark hinein, gehört aber einem Privatmann und ist damit nicht Teil des städtischen Grünzugs. Das gemeinnützige Unternehmen Seniorenwerk möchte dort mithilfe eines Investors ein Seniorenpflegezentrum mit 120 stationären und ambulanten Plätzen errichten. Vorgesehen sind vier bis zu 14 Meter hohe Gebäude und ein Parkplatz mit 35 Stellplätzen. Weschke sagt, es wäre " eine Schande", den Masterplan des Grünzugs durch die Stadt auf diese Art zu zerstören.

Christian Döring, Geschäftsführer beim Seniorenwerk, hatte den Politikern zuvor die Qualitäten des Bauvorhabens deutlich gemacht. Lehrte brauche ein Seniorenheim, in dem ambulante und stationäre Angebote verzahnt sind. Der Standort am Park sei dafür ideal. Das Bauvorhaben nehme auch nichts vom vorhandenen Stadtpark weg. Vielmehr habe man vor, das Gelände, das heute noch private Grünfläche ist, im hinteren Bereich parkähnlich zu gestalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Kritik an den Plänen für das Seniorenversorgungszentrum äußerte im Ausschuss auch Dirk Mahlmann vom Lehrter Schützenkollegium. Er habe das Grundstück als mögliche Erweiterungsfläche für das nahe gelegene Krankenhaus eingestuft, sagte er. Nicht weit entfernt seien Sportstätten, deren Betrieb durch ein Altenheim möglicherweise beeinträchtigt werden könne. Dabei gehe es unter anderem um die Anlage der Bürgerschützen. Er hege auch die Befürchtung, dass es aus Richtung der Senioreneinrichtung künftig Stimmen gegen das nicht weit entfernt stattfindende Schützenfest geben könne.

Den sogenannten vorhabenbezogenen Bebauungsplan, der Voraussetzung für den Bau des Seniorenversorgungszentrums ist, brachte der Ausschuss nicht auf den Weg. Die Politker meldeten angesichts der Bedenken und des Angebots zur Schenkung Beratungsbedarf an. Damit ist das Thema vertagt  vermutlich bis nach den Sommerferien.

Christian Döring vom Seniorenwerk sprach indes von einem "engen Zeitfenster" des Investors. Dieser springe möglicherweise ab, wenn es nicht gelinge, bis Ende dieses Jahres den Bebauungsplan aufzustellen.

Von Achim Gückel

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