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Heftige Kritik: Rat verabschiedet Megahub-Papier

Lehrte Heftige Kritik: Rat verabschiedet Megahub-Papier

14 Seiten stark und gespickt mit heftiger Kritik: So sieht die Stellungnahme der Stadt Lehrte zur zweiten Planänderung für den geplanten Megahub-Containerterminal aus. Der Rat hat das Papier jetzt einmütig verabschiedet. Mehrere Redner hatten sich zuvor massiv über die neuen Pläne der Bahn beschwert.

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So könnte das Megahub-Containerterminal bei Lehrte aussehen.

Quelle: Achim Gückel

Lehrte. Seit 20 Jahren gebe es immer wieder Änderungen an den Plänen für den Megahub, sagte Lehrtes stellvertretender Bürgermeister Burkhard Hoppe (SPD) im Rat. Das Vorgehen der Bahn sei eine "Salamitaktik", mit der das Unternehmen die Stadt immer stärker unter Druck setze und im Endeffekt die Bürger belaste.

Als Beispiel nannte der Sozialdemokrat die Annahme der Bahn, der Lastverkehr vom und zum geplanten Containerterminal westlich von Lehrte werde sich zum weit überwiegenden Teil über die Autobahn 2 abspielen. "Nein, die Lastwagen fahren nicht da lang, sondern über die B 65 und die Landesstraße bei Ahlten", sagte Hoppe. Das bedeute massive zusätzliche Belastungen durch Lärm und Verkehr.

Noch schärfer wurde Ronald Schütz von den Grünen. Die Bahn sei immer weniger gesprächsbereit und erwecke den Eindruck, Lehrte habe keine Bedeutung mehr. Der Lärmschutz, etwa an den Bahnanlagen nahe dem geplanten Terminal, spiele "keine Rolle", die Bahn rechne sich Lärmwerte künstlich schön, und ihre Vertreter lieferten bei öffentlichen Veranstaltungen in Lehrte ein Bild ab, das "eine Katastrophe" sei, sagte Schütz.

In ihrer Stellungnahme bemängelt die Stadt eine Vielzahl von Details in den Planungen der Bahn. Die meisten Kritikpunkte gibt es beim Lärmschutz, der Verkehrsführung für Lastwagen sowie dem Brand- und Katastrophenschutz.

Christdemokrat Armin Hapke betonte, der Rat müsse alles dafür tun, die Auswirkungen des Megahub auf die Bürger so gering wie möglich zu halten: "Denn Lärm macht krank, und die Auswirkungen des Megahub werden uns auf Jahrzehnte begleiten. Wir müssen also dringend modernste Maßstäbe an die Anlage ansetzen."

Welchen Einfluss die Stellungnahme der Stadt auf die Pläne der Bahn hat, entscheidet nun die Aufsichtsbehörde, das Eisenbahnbundesamt. Kritiker der Bahnpläne meinen, dass wegen der vielen Änderungen in den Megahub-Plänen im Extremfall ein vollständig neues Planfeststellungsverfahren her muss. Das würde den Bau um viele Jahre verzögern.

Bürgerinitiative übergibt 440 Einwendungen

Die Bürgerinitiative (BI) MegaLeise aus Ahlten hat gestern die ersten 440 Einwendungen gegen den Megahub im Bürgerbüro der Stadt abgegeben. Die meisten haben dazu ihre Unterschriften auf Listen abgegeben oder das Musterschreiben der BI genutzt. Doch es seien noch Listen im Umlauf, sagt Sprecher Maik Reiß. Er wisse noch von mindestens 100 weiteren Ahltenern, die Einwände gegen das 100-Millionen-Euro-Projekt haben. Denn die Empörung sei in weiten Teilen der Anwohnerschaft inzwischen sehr groß: „Niemand lässt sich gerne zweimal mit denselben Milchmädchenrechnungen für dumm verkaufen.“ Einwände müssen bis spätestens Mittwoch, 28. September, 12 Uhr, im Bürgerbüro der Stadt, Rathausplatz 1, vorliegen.

Von Achim Gückel

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