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Virtueller Guide für Stolpersteine kommt

Lehrte Virtueller Guide für Stolpersteine kommt

Hinweistafeln mit QR-Codes für Lehrtes historische Gebäude und die Stolpersteine in der Stadt: Dieses seit 2014 geplante Projekt nimmt nun Gestalt an. Es ist aber längst nicht so schnell zu realisieren wie zunächst erhofft. Frühestens im kommenden Jahr werden die ersten Schilder im Stadtbild sichtbar.

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Die Stolpersteine am Lehrter Sedanplatz sollen für einen virtuellen Stadtführer mit QR-Codes ausgestattet werden.Nicht nur die Stolpersteine in Lehrte sollen Hinweistafeln mit QR-Codes bekommen.

Quelle: Katja Eggers

Lehrte. Wie die Schilder mit den QR-Codes aussehen sollen, ist indes bereits geklärt. Die zwei Initiatoren des Projekts, Willi Goronczy und Horst-Günter Gnest vom Stadtmarketingverein, präsentierten jetzt im Kulturausschuss Entwürfe für die 15x15 Zentimeter großen Tafeln. Darauf sind unter anderem kurze Beschriftungen und der QR-Code zu sehen. Sie werden mit robustem Acrylglas versehen und sollen zunächst dort installiert werden, wo in Lehrte die sogenannten Stolpersteine zum Gedenken an 21 während der Nazi-Zeit geflohene oder deportierte Lehrter installiert sind. Wer den QR-Code auf der Tafel per Smartphone oder Tablet einscannt, bekommt via noch zu erstellender Internetseite weitere Informationen über die Menschen und deren Schicksal.
Bei dem Projekt hilft seit einiger Zeit die Schülerfirma des Gymnasiums mit. Während der Ausschusssitzung präsentierte einer der Gymnasiasten, welche Informationen bisher gesammelt wurden und wie diese aufgearbeitet werden. Um Erkenntnisse über die Lehrter Naziopfer zu erlangen, habe man sogar die amerikanische Botschaft angeschrieben, sagte er.
Die Schüler wollen in einem zweiten Schritt auch Informationen zu all jenen 31 Lehrter Gebäuden sammeln, an denen bereits die bronzenen Tafeln hängen, die der Verkehrsverein einst installiert hatte. Das wäre nach den Stolpersteinen dann der zweite Schritt hin zu einem auf QR-Codes basierenden virtuellen Stadtführer für Lehrte.
Gnest und Goronczy haben aber noch mehr vor. Sie wollen auch den Heilpflanzengarten am Krankenhaus, die Streuobstwiese an der Hohnhorst, den Ackerlehrpfad südlich der Kernstadt sowie in ferner Zukunft vielleicht auch markante Stellen in den Ortsteilen mit Infotafeln samt QR-Code versehen. Bei der Sammlung der Informationen helfen auch Schüler der IGS sowie der Hauptschule Lehrte mit.
Das ehrgeizige Projekt braucht viel Zeit. Gnest sagte in der Sitzung, es gebe bereits Verzögerungen bei der Erstellung der notwendigen Website, und zwar aus Krankheitsgründen. Goronczy betonte, dass es keinen genauen Zeitplan gebe, man aber eventuell in einem Jahr die ersten Hinweistafeln errichten könne. Das Projekt in die Ortsteile zu tragen dauere indes sicher noch fünf Jahre.

Von Achim Gückel

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