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Dezentrale Unterbringung kippt

Lehrte/Sehnde Dezentrale Unterbringung kippt

Mehr Unterkünfte und mehr Mitarbeiter benötigen die Kommunen im nächsten Jahr, um den Ansturm der Flüchtlinge bewältigen zu können. Die Rathäuser bereiten sich jetzt darauf vor.

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Es sollen 2016 mehr Flüchtlinge kommen - wie in diesem Jahr hier in Lehrte.

Quelle: Philipp Von Ditfurth (Archiv)

Lehrte. Mindestens doppelt so viele Flüchtlinge wie in diesem Jahr - so lautet die aktuelle Prognose des Landes Niedersachsen für 2016. Das stellt die Städte Lehrte und Sehnde vor eine große Herausforderung, auch wenn die aktuelle Quote - also der Verteilschlüssel - noch nicht feststeht.

Lehrtes Stadtsprecher Fabian Nolting räumt ein: „Angesichts der dramatischen Steigerung werden wir uns wohl leider vom Konzept der dezentralen Unterbringung verabschieden müssen.“ Denn eine Verdopplung der Quote würde etwa 520 Flüchtlinge im nächsten Jahr bedeuten. Deshalb gehe der Blick nun auf größere Einheiten, wobei Sporthallen nicht in Anspruch genommen werden sollen.

Fest stehe zudem, dass der Haushaltsplan der Stadt erhebliche Mehraufwendungen im Vergleich zu 2015 vorsehen werde. „Die konkreten Zahlen werden morgen bekannt, dann tagt der Haushaltsausschuss“, sagt Nolting. Einen Tag später verabschiede dann der Rat den Haushalt - ebenso wie den Stellenplan, der zusätzliche Mitarbeiter in den Bereichen Unterbringung, Gewährung von Leistungen und Koordination umfasse.

Sehnde hat nach Aussage von Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke mit etwa 450 Flüchtlingen im nächsten Jahr gerechnet - nun geht er von weiteren 100 aus. Bislang aufgenommen habe die Stadt circa 239 Frauen, Kinder und Männer. „Aus der Quote für 2015 erwarten wir noch 48 Personen“, sagt Lehrke. Momentan stünden 260 Plätze zur Verfügung, einschließlich des Hotels Zur Linde in Höver, wo 150 Asylbewerber unterkommen werden.

Ob die Stadt den Ansturm bewältigen werde, könne er erst einschätzen, wenn die Quote für 2016 bekannt sei. Aber schon jetzt hat Sehnde 450 000 Euro für die Betreuung der Flüchtlinge sowie vier zusätzliche Stellen für Sozialarbeiter und 2,25 Stellen für die Verwaltung eingeplant. Für andere Aufgaben beauftrage die Stadt Dritte, darunter die Caritas.

Von Antje Bismark und Friedrich-Wilhelm Schiller

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