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Die Tafel versorgt mehr als 1000 Menschen

Lehrte Die Tafel versorgt mehr als 1000 Menschen

Die Lehrter Tafel versorgt so viele Menschen wie noch nie. Laut aktueller Statistik ist die Anzahl erstmals seit dem Bestehen der Einrichtung auf mehr als 400 Familien mit insgesamt rund 1050 Personen gestiegen. Davon haben 147 Familien Asyl in Deutschland beantragt.

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Nadja Raatz (links) und Gitta Althoff sortieren gerade abgeholte Lebensmittelspenden vor. KöhlerViel Arbeit für die Lehrter Tafel: Nadja Raatz (links) und Gitta Althoff sortieren Lebensmittelspenden.

Quelle: Sandra Köhler

Lehrte. Seit die Anzahl der in Lehrte untergebrachten Flüchtlinge rasant steigt, bekommt auch die Lehrter Tafel immer mehr Arbeit. Das ist jetzt bei der Mitgliederversammlung des seit vergangenem Jahr selbstständig agierenden Vereins deutlich geworden. Exakt 738 Menschen, verteilt auf 246 ausländischen Familien aus 33 verschieden Ländern, waren zum 15. Februar als Kunden registriert. Davon haben 147 Familien Asyl in Deutschland beantragt.

Zum Anfang des Jahres 2015 waren lediglich 74 asylsuchende Familien Kunden bei der Tafel gewesen, zum Ende des Jahres 126. Im gleichen Zeitraum ging der Anteil der deutschen Familien, die von der Tafel unterstützt werden, von 212 mit 415 Personen auf 163 mit 309 Personen zurück, verdeutlichte der Vereinsvorsitzende Hans-Gerhard Schölzel. Dank der guten Unterstützung der Hauptspender könne man aber weiterhin neue Kunden aufnehmen.

Die Belastung für die insgesamt 73 ehrenamtlichen Lehrter Tafelhelfer, sie sind zumeist älteren Semesters, sei allerdings deutlich gestiegen, sagte Schölzel. 19.000 Stunden haben diese im vergangenen Jahr gearbeitet, 2014 waren es noch 15.000 Stunden gewesen. Bis zu sechsmal wöchentlich werden 30 Firmen in und um Lehrte angefahren, um dort Spenden einzusammel. Darunter sind auch das Penny- und das Rewe-Zentrallager in Hämelerwald. 35 000 Kilometer mit drei Autos kamen beim Abholen von etwa 300 000 Kilogramm Lebensmitteln zusammen.

Mit der Bremer, der Bückeburger und der Langenhagener Tafel betreiben die Lehrter mittlerweile einen Austausch von Waren. Sie unterstützen darüber hinaus die Tafeln in Sehnde und Uetze, sowie die Drogenberatungsstelle und die Bahnhofsmission in Lehrte, die Familienhilfe der Stadt  und den örtlichen Kinderschutzbund.

„Nur in einem harmonischen Team kann man dies alles ehrenamtlich schaffen“, betonte Schölzel. Um das auch weiterhin tun zu können, sei die Tafel dringend auf weitere Unterstützer angewiesen. Etwa bei der Anschaffung eines dritten Kühlfahrzeugs. „Viele Spenden gehen jetzt direkt an Flüchtlingsorganisationen“, machte der Vorsitzende die gewachsenen Schwierigkeiten deutlich.

Verstärkung für die Ausgabe gesucht

Die Lehrter Tafel sucht personelle Unterstützung. Insbesondere für die Lebensmittelausgaben am Mittwoch und Sonnabend (9 Uhr bis 15 Uhr) benötige man dringend noch weitere Ehrenamtliche. „Da sind viele Frauen über 70 aktiv. Und für die ist es belastend, die ganze Zeit von morgens bis nachmittags im Einsatz zu sein“, sagte der Tafel-Vorsitzende Hans-Georg Schölzel. Wer den Verein unterstützen möchte, muss zwar aus versicherungstechnischen Gründen Mitglied werden, braucht aber keine Angst vor Kosten zu haben. „Aktive Mitglieder sind bei uns von der Zahlung der Beiträge befreit“, sagte Schölzel.

Von Sandra Köhler

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