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Die Schau der (fast) vergessenen Bilder

Lehrte Die Schau der (fast) vergessenen Bilder

Hans Jürgen Kallmann, Jahrgang 1908, war ganz offensichtlich schon in seiner frühen Schaffensphase ein ebenso scharfsinniger wie begnadeter Zeichner. Seit Freitagabend ist in Lehrtes Städtischer Galerie an der Zuckerpassage eine Schau mit Kohle- und Bleistiftzeichnungen zu sehen, die Kallmann allesamt 1932 schuf.

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Ehrengast bei der Vernissage: Lehrtes Kulturbeauftragte Julienne Franke (links) spricht mit Gerda Haddenhors-Kallmann, Witwe des 1991 verstorbenen Malers.
Gückel

Quelle: Achim Gückel

Lehrte. Er hatte ein waches Auge für alles, was sich ringsherum abspielte. Sei es das Arbeitsleben seiner Mitmenschen oder der Blick des Zoobesuchers auf den Affen. Und er hat diese alltäglichen Szenen offenbar in Windeseile virtuos skizziert.

Die Geschichte, die hinter diesen Zeichnungen steckt, ist außergewöhnlich. Ursprünglich waren sie zur Veröffentlichung in der Sonntagsbeilage der „Mitteldeutschen Zeitung“ in Halle bestimmt. Der dortige Kultur-Chefredaktuer bewahrte die Zeichnungen auf. Schließlich lagen die Zeichnungen über Jahrzehnte nahezu unbeachtet auf Dachböden - zuletzt auf jenem von Clemens Witkowski in Hämelerwald.

Witkowski ist der Enkel des Kultur-Chefredakteurs und stellte die frühen Zeichnungen des später preisgekrönten und kurz darauf wegen seiner Anleihen an Impressionismus und Expressionismus von den Nazis verfemten Kallmann für die Schau zur Verfügung. Es sei „überwältigend,“ die Bilder nun derart gerahmt und ausdrucksvoll in der Galerie platziert zu sehen“, sagte Witkowski am Freitagabend bei der Vernissage.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war Kallmann ein angesehener Porträtmaler, dem selbst Kanzler Adenauer Modell saß.

Die Städtische Galerie ist dienstags, mittwochs, donnerstags, freitags und sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Die Kallmann-Schau ist bis zum 22. November zu sehen.

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