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Nieschlag-Wohnung soll zum Stadtarchiv werden

Lehrte Nieschlag-Wohnung soll zum Stadtarchiv werden

Die Stadt hat endlich eine geeignete Unterkunft für ihr aus allem Nähten platzendes Archiv gefunden. Die Einrichtung soll in die frühere Wohnung des vor knapp drei Jahren verstorbenen Mäzens, Vereinsgründers und Apothekers Wilhelm Nieschlag ziehen. Das Stadtarchiv hätte dort viermal so viel Platz wie am alten Standort.

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Kaum noch freier Platz: Das Stadtarchiv Lehrte ist bis unter die Decke vollgestopft mit alten Akten, Rollfilmen, Landkarten und Zeitungen.

Quelle: Michael Schütz

Lehrte. Die Debatte um die Zukunft des völlig überfüllten Stadtarchivs hatte schon im Dezember 2013 begonnen. Damals bat die Ratsmehrheit aus SPD und Grünen die Verwaltung darum, ein Konzept zu entwickeln. Über lange Zeit fanden sich aber keine geeignete Räume im Bereich der Innenstadt. Nun gibt es eine Lösung für das Problem. Der Mediziner Florian Nieschlag hat der Stadt den Vorschlag unterbreitet, die Wohnung seines im August 2013 verstorbenen Vaters Wilhelm Nieschlag anzumieten. Die Räume befinden sich an der Bahnhofstraße, direkt neben Nieschlags früherer Apotheke, und haben eine Fläche von mehr als 230 Quadratmetern.

Dort könnten außer dem Magazin und einem Büro auch ein Lesesaal und ein Gruppenraum für schulische Zwecke eingerichtet werden. "Somit wäre auch für die Öffentlichkeit ein deutlicher Zugewinn spürbar", heißt es in einer schriftlichen Vorlage der Stadt, über die demnächst die Fachausschüsse des Lehrter Rats sprechen werden. Außerdem stünden an der Bahnhofstraße noch mehr als 80 Quadratmeter Kellerräume zur Verfügung.

Wilhelm Nieschlag war Anfang 2007 aufgrund seines großen sozialen Engagements in Lehrte offiziell geehrt worden. Er hatte zuvor unter anderem die Lehrter Tafel ins Leben gerufen, der Stadt mit der historischen Lok an der Bahnhofstraße ein Denkmal verschafft und für einen sechsstelligen Betrag die Rosemarie-und-Brigitte-Nieschlag-Stiftung ins Leben gerufen, welche die Arbeit des evangelischen Alten- und Pflegeheims unterstützt.

Fabian Nolting, Sprecher der Stadtverwaltung, nennt den möglichen Umzug des Archivs in die derzeit leerstehende Nieschlag-Wohnung eine "langfristige und zukunftsfähige Lösung". Allerdings müssten in den Räumen an der Bahnhofstraße noch Veränderungen vorgenommen werden. Für das Magazin sei zum Beispiel eine besondere Tragfähigkeit des Bodens gefordert, heißt es in der Beratungsvorlage - eine Tonne pro Quadratmeter. Zudem müsse ein behindertengerechter Zugang geschaffen werden. Auch eine Schleuse, durch die kontaminiertes Archivgut eingebracht werden könne, und ein gleichbleibendes Klima im Magazin seien wichtig.

Florian Nieschlag hat nach Informationen der Stadt schon einen Fachmann zur Rate gezogen - den Lehrter Rolf Neumann, der unter anderem schon das Parkschlösschen und die Alte Schlosserei saniert hat. Dessen Planung entspreche den Vorstellungen der Stadtverwaltung und berücksichtige alle Vorgaben, heißt es.

Nun müssen Lehrtes Politiker über den Plan reden und der Verwaltung erlauben, konkrete Mietverhandungen aufzunehmen. Erstmals tun sie das in der Sitzung des Kulturausschusses am Mittwoch, 13. April, ab 17 Uhr im Sitzungszimmer des Rathauses. Dann wird es auch um die Möblierung des neuen Archivs gehen. Über die Kosten dafür sowie die Höhe der möglichen Miete gibt es noch keine Angaben.

Die Kapazität ist erschöpft

Das Lehrter Stadtarchiv ist bisher in einem Nebentrakt des Kurt-Hirschfeld-Forums untergebracht. Auf gut 80 Quadratmeter Grundfläche stehen dort etwa 180 Meter Akten. Stadtarchivar Jens Mastnak hat sein Büro im Eingangsraum, der gleichzeitig auch als Besucherzimmer dient und wo außerdem Magazinbestände, Rollfilme und Fotos lagern.

Die gesamte Einrichtung im alten Archiv ist nach 30 Jahren nicht mehr zeitgemäß. Unter den abgehängten Decken sammelt sich Staub, die Grundlage für Schimmel, den schlimmsten Feind von Archivgut. Auch aus Gründen des Brandschutzes und des Arbeitsschutzes ist das alte Archiv nicht mehr lange tragbar, haben Experten schon vor einiger Zeit geurteilt.

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Von Achim Gückel

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