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160 Meter Bachlauf kosten 88.000 Euro

Lehrte 160 Meter Bachlauf kosten 88.000 Euro

Die Renaturierung eines 160 Meter langen Stücks des Blöckengrabens im Norden Lehrtes wird sehr viel teurer als gedacht. Statt der kalkulierten 32 000 Euro wird das Projekt nun 88 000 Euro kosten. Verzichten kann die Stadt darauf jedoch nicht.

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An dieser Stelle soll der Blöckengraben renaturiert werden.

Quelle: Achim Gückel

Lehrte. Die Stadt habe sich bei ihrer Kostenkalkulation für die Neugestaltung des Blöckengrabens an früheren vergleichbaren Neugestaltungen von Bächen in Lehrte orientiert, sagt Sprecherin Nele Domin. Dass die beabsichtigte Renaturierung nun zweieinhalb mal so teuer wird wie geplant, habe niemand ahnen können. Drei Fachfirmen hätten ihre Angebote dafür im Rathaus abgegeben, alle hätten deutlich über der Kalkulation gelegen. Die Stadt habe sich für das wirtschaftlichste Angebot entschieden, betont Domin.

Lehrtes Politiker werden nun über eine überplanmäßige Mehrausgabe von rund 60 000 Euro befinden müssen. Zunächst redet der Finanzausschuss in seiner Sitzung am 18. Oktober darüber.

Bei der Renaturierung soll das 160 Meter lange Teilstück des Blöckengrabens ein neues, in Schlangenlinien verlaufendes Bett und eine breitere Böschung bekommen und dadurch ökologisch aufgewertet werden. Zurzeit verläuft das Bächlein im fraglichen Bereich noch vollkommen gerade.

Auf die kostspielige Renaturierung kann Lehrte nicht verzichten. Sie ist quasi die Wiedergutmachung dafür, dass der Blöckengraben im Bereich des Jugendhauses Nord (Juno) in unterirdischen Rohren verschwindet. Die Arbeiten dafür sind mittlerweile fast abgeschossen, sie stehen im engen Zusammenhang mit dem beabsichtigten Bau einer neuen Feuerwache auf dem Gelände nördlich des Juno.

Dieser Neubau bekommt eine neue Alarmausfahrt direkt auf den Aligser Weg – und das dortige Stück des Blöckengrabens muss unter der Erde verschwinden, weil sonst nicht genug Platz für die neue Straße wäre. Die untere Wasserbehörde hatte es der Stadt schließlich zur Auflage gemacht, die sogenannte Verrohrung des Blöckengrabens durch eine Renaturierung an anderer Stelle zu kompensieren. Dieses nun unerwartet kostspielige Projekt soll laut Sprecherin Domin im kommenden Jahr erledigt werden.

Alte Entwässerung wird ersetzt

Nicht allein am Blöckengraben, sondern auch an anderer Stelle beginnen jetzt die vorbereitenden Arbeiten für den Bau der neuen Lehrter Feuerwache. Auf dem weitläufigen Gelände der alten Feuerwehrzentrale und des Bauhofs, zwischen der Schützenstraße und dem Aligser Weg, will die Stadtentwässerung noch im Oktober mit der Erneuerung eines alten Regenwasserkanals beginnen. Dessen Rohre verlaufen quer über die Fläche.

Nach Angaben der Stadt werden die Arbeiten an dem Kanal voraussichtlich drei bis vier Monate in Anspruch nehmen. Vorbereitungen dafür sind mit dem Abriss eines alten, nicht mehr genutzten Wohnhauses auf dem Gelände bereits vor mehreren Monaten getroffen worden. Das Haus stand direkt über den sanierungsbedürftigen Kanälen. Die Renaturierung des Blöckengrabens beginnt direkt im Anschluss an die Kanalarbeiten.

Von Achim Gückel

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