Volltextsuche über das Angebot:

21 ° / 14 ° wolkig

Navigation:
Aldi will Logistikzentrum stärker versiegeln

Lehrte Aldi will Logistikzentrum stärker versiegeln

Das ist eine Überraschung für die Politik: Wenige Tage vor der Ratssitzung hat der Discounter Aldi Nord mitgeteilt, dass er sein geplantes Logistikzentrum in Aligse stärker versiegeln will als ursprünglich geplant. Dies sei einer fehlerhaften Berechnung geschuldet - an den Planungen ändere sich aber sonst nichts.

Voriger Artikel
Beim Warten stirbt die Hoffnung zuletzt
Nächster Artikel
Jüngste Dachdeckermeisterin kommt aus Arpke

Auf den Ackerflächen nördlich der A2 in Aligse (links im Bild) will Aldi sein neues Logistikzentrum bauen.

Quelle: Hiller (Archiv)

Aligse. "Uns ist ein Formfehler passiert", räumte Aldi-Vertreter Rouven Gercke, Leiter Immobilien und Expansion, in der Sitzung des Bauausschusses ein. Laut Bebauungsplan wollte der Discounter die Fläche im Gewerbegebiet Lehrte-Nord 3 nur zu 80 Prozent bebauen und versiegeln - jetzt sollen es mit der Option für eine spätere Erweiterung 90 Prozent werden. Zunächst sollen jedoch nur zehn der 17 Hektar großen Fläche nördlich der A2 und westlich der B 443 versiegelt werden, sagte Aldi-Architekt Georg Böttner.

An der Planung ändere sich dadurch nichts, betonte Gercke. Das geplante Logistikzentrum mit Kühlhaus, ein rund 77 Meter langer und bis zu 17 Meter hoher Komplex, bleibe von der Änderung unberührt. Das betonten auch Bürgermeister Klaus Sidortschuk und Stadtplaner Christian Bollwein. "Die Berechnung war falsch, deshalb muss es jetzt mehr Ausgleichsflächen geben", erklärte der Fachdienstleiter.

Weil es diese in Aligse selbst nicht gibt, soll in Grafhorn in Arpke eine Streuobstwiese angelegt werden. Dort sollen zudem eine Sandheidefläche und ein Eichenmischwald entstehen. Für den Eingriff in das Waldstück an der A2 ist der Ausgleich sogar im Celler Land vorgesehen. Das fand Hans-Jürgen Licht (SPD) "aberwitzig": "Zu verstehen ist das nicht." Aligses Ortsbürgermeister Frank Seger findet die Aufstockung auf 90 Prozent nach den langen Diskussionen "sehr bedauerlich": "Das war eine wesentliche Geschäftsgrundlage." Seger hatte im Ortsrat als einziger gegen die Aldi-Ansiedlung gestimmt - auch gegen seine eigene Fraktion. Er habe den Eindruck, dass die Stadt aus dem Bebauungsplan "ein Wunschkonzert für Aldi" mache.

Aldi-Architekt Böttner gab zudem bekannt, dass die zunächst befürchtete Anbindung an das östlich liegende Gewerbegebiet Meersefeld nicht komme. Insgesamt sei der Verkehr mit 650 Fahrten täglich - davon 400 Lastwagen - "problemlos abzuwickeln": "Die meisten kommen über den Zubringer an der Westtangente, für die B 443 und die Ahltener Straße gibt es keine Mehrbelastung." Der Verkehrslärm sei minimal. Zum Wohngebiet an der Straße Zur Kreuzeiche will Aldi als Sichtschutz eine insgesamt mehr als 300 Meter lange Baumreihe mit Eichen pflanzen - diese wird wegen verschiedener Leitungen im Boden allerdings unterbrochen sein. Die Lichtimmissionen habe der TÜV Nord als "verträglich" bewertet, weil die Wohnbebauung 300 Meter entfernt sei und mit der Baumreihe abgeschirmt werde.

Über den veränderten Bebauungsplan entscheidet der Rat am Mittwoch, 10. Mai.

Von Oliver Kühn

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6x31pju5gsh8pa0cnmd
Kofirmanden erleben stürmische Bootstour

Fotostrecke Lehrte: Kofirmanden erleben stürmische Bootstour