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Alte Technik feiert ihren großen Auftritt

Immensen Alte Technik feiert ihren großen Auftritt

Großes Geknatter und ordentlich Dampf: Das Dreschefest hat am Wochenende rund 2500 Besucher nach Immensen gelockt. Die Besucher konnten alte Trecker sowie kleine Dampfmaschinen und Oldtimer bewundern.

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Korn dreschen wie zu Großvaters Zeiten: Gerhard Gerike führt landwirtschaftliche Maschinen vor.

Quelle: Katja Eggers

Immensen. Auf dem Gelände am Mühlenberg gab es auch beim 21. Dreschefest der Freunde historischer Fahrzeuge (FhF) Immensen wieder jede Menge Technik aus Großvaters Zeiten zu bewundern. Rund 100 Trecker standen dort in Reih und Glied. Sieben große Dampfmaschinen machten ihrem Namen alle Ehre und bliesen viel weißen Dampf in die Luft. Mit einigen der liebevoll auf Hochglanz geputzten Lokomotiven konnten sich die Besucher über den Platz ziehen lassen. In einem Wasserbecken tuckerten derweil kleine Dampfboote umher. Und auf dem Berg bewunderten die Besucher obendrein schmucke Oldtimer und Mopeds.

Großer Andrang herrschte vor allem dort, wo Mensch und Maschinen in Aktion zu sehen waren: Im Parcours tuckerten die Fahrer mit ihren Treckern etwa über eine Wippe, schoben mit ihnen rückwärts einen Anhänger und lenkten die Traktoren obendrein mit verbundenen Augen.

Gleich nebenan machte ein fahrbares Sägewerk aus Baumstämmen Bretter und Kanthölzer.Gerhard Gerike aus Meinersen führte mit Strohschneider, Haferquetsche, Dreschkasten und Häckselmaschine derweil vor, wie früher Korn gedroschen wurde.

Am Sonnabend mähte der rund 65 Jahre alte Mähdrescher der Freunde historischer Fahrzeuge gemeinsam mit einer modernen Maschine. „Der Größenunterschied war total beeindruckend“, sagte FhF-Chef Thorsten Kochanneck. Während der moderne Mähdrescher mit seinem Schneidwerk eine Schnittbreite von 9,30 Meter hatte, brachte es die Maschine von früher auf gerade einmal 1,20 Meter.

Dem zweieinhalbjährigen Florian-Johannes aus Bolzum hatten es aber vor allem die Trecker angetan. Von Opa Hans-Werner Markus ließ sich der Knirps immer wieder auf die Traktoren setzen und drehte begeistert am Lenkrad. „Er liebt Trecker - je größer und lauter, desto besser“, erklärte Florians Mutter Daniela Markus. Ihre Familie hatte das Dreschefest für einen Sonntagsausflug genutzt. „So viele Trecker auf einmal wie hier, bekommt man ja sonst so schnell nicht zu sehen“, sagte Markus lachend.

Drehen und Fräsen im Mini-Format

Beim Bau seiner Eldagser Dampfwerkstatt hat Stephan Kästner viel Liebe zum Detail bewiesen. Im Maßstab 1:15 gibt es dort nicht nur holzverarbeitende Maschinen, die tatsächlich drehen, fräsen, bohren und hobeln können. Wer genau hinschaut, entdeckt auch noch winzig kleine Zangen, Sägen und sogar ein altes Radio. Der 65-jährige Eldagser hat die Dampfwerkstatt im Mini-Format in rund 6400 Arbeitsstunden angefertigt – und nennt sie selbst auch augenzwinkernd „eine Puppenstube für Männer“.

Dampfmaschine Astrid gibt alles

Sie dampft und tuckert und ist der ganze Stolz von Reinhard Hampel: Dampfmaschine Astrid hat beim Dreschefest alles gegeben. Der Paderborner hat sie nach Plänen aus England im Maßstab 1:3 nachgebaut. Das Original stellte einst die Firma McLaren her, die heute Formel-1-Rennwagen fertigt. Hampel hat Astrid innerhalb von sechs Jahren in der Kellerwerkstatt zusammengeschraubt. 4500 Arbeitsstunden hat er dafür benötigt. Benannt ist das schmucke Schätzchen übrigens nach Hampels Tochter.

Der Lanz Bulldog ist jetzt im Ruhestand

Früher hat er Pflüge und Eggen über den Acker gezogen, heute fährt er nur noch spazieren oder zu Oldtimertreffen: Der blaue Lanz Bulldog, Baujahr 1955, ist wie sein 71-jähriger Besitzer Werner Duve mittlerweile im Ruhestand. Die 40 Kilometer lange Strecke von Jeinsen zum Dreschefest in Immensen legen Mann und Trecker im gemütlichen Tempo von 20 Kilometern pro Stunde zurück – und das zum mittlerweile 21. Mal. „Damit gehöre ich beim Dreschefest wohl zu den treuesten Ausstellern“, sagt Duve und strahlt.

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