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Ein Dorfladen bleibt in weiter Ferne

Steinwedel Ein Dorfladen bleibt in weiter Ferne

Wer in Steinwedel einkaufen gehen will, steht vor einer kuriosen Situation: In dem 1800-Seelen-Ort gibt es zwar einige sehr spezielle Angebote. Einen Kiosk oder gar einen Supermarkt findet man aber nicht. Das betrübt viele Bürger. Doch ändern wird sich an der Situation wohl so schnell nichts.

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Die Bäckerei an der Dorfstraße ist die wohl wichtigste der rar gesäeten Möglichkeiten für die Steinwedeler, am Ort einzukaufen. Köhler

Quelle: sandra Köhler

Steinwedel. Ein Bambuszentrum samt Schaugelände für asiatische Gartengestaltung, Fachgeschäfte für Bienenprodukte und Wohnaccessoires, neuerdings sogar ein Tattoostudio: All das gibt es im beschaulichen Steinwedel. Doch wer nur schnell ein paar Lebensmittel einkaufen will, muss nach Aligse, Burgdorf oder Lehrte ausweichen: Und wer kein Auto hat, steht schnell vor einem Problem.

Diese Situation ist schon oft Gegenstand der Diskussion gewesen. Vor einem Jahr nutzte so mancher Steinwedeler auch die Internetplattform Wikimap, um auf den Missstand aufmerksam zu machen. Getan hat sich seitdem nichts Entscheidendes.

„Es wäre zwar schön, zumindest wieder einen Kiosk hier zu haben. Doch von den paar Dingen, die dort gekauft würden, kann ja keiner überleben“, meint Steinwedels stellvertretende Ortsbürgermeisterin Sabine Rösler. Wer kein Auto hat und nicht mehr gut zu Fuß ist, sei für den Einkauf daher auf Hilfe angewiesen.

Früher war das anders: Eine Filiale der Volksbank und eine Postniederlassung, zwei Bäcker und einen Schlachter, dazu einen Kiosk und diverse Hofläden gab es vor ein paar Jahren noch im Dorf. Geblieben ist neben den Hofläden nur der Bäcker an der Dorfstraße. Er hält ein kleines Sortiment an Grundnahrungsmitteln wie Nudeln, Reis und Konserven vor.

Und immerhin bietet der Dorfladen im benachbarten Aligse einen Bringdienst an. Auf dem Parkplatz vor der Steinwedeler Kirche machen einmal wöchentlich eine rollende Fleischerei und unregelmäßig auch Wagen mit Milchprodukten und Obst halt. Und schließlich gibt es im neu eröffneten Café an der Dorfstraße die Möglichkeit, Sonntagsbrötchen vorzubestellen.

All das ist aber zu wenig, meinen viele. Bereits im Jahr 2010 - kurz nach Schließung des Kiosks an der Ramhorster Straße - nahm der Ortsrat sich des Themas an. Bürger und Politiker wollten ein Konzept gegen den Niedergang der Nahversorgung im Dorf erarbeiten, rund 100 Bürger kamen zu einer Ideenbörse zusammen.

Mittlerweile ist wieder Ernüchterung eingetreten. Mehr als die im Dorf vorhandenen Geschäfte sei leider nicht zu erhoffen, sagt Rösler bedauernd. Wer in Steinwedel etwa einen kleinen Laden eröffnen wolle, müsse erst einmal 50 000 Euro für ein Grundsortiment hinblättern. Zudem seien andere Angebote, die für Kundschaft sorgen, nach Aligse abgewandert und damit für Steinwedel verloren - etwa die Lottoannahme oder ein Paketdienst.

Bleibt noch die Möglichkeit, auf eigene Faust einen genossenschaftlichen Laden ins Leben zu rufen - ähnlich wie es die Bürger im Sehnder Ortsteil Bolzum vorgemacht haben. Doch für den sei die Konkurrenz in den Nachbarorten wohl viel zu groß, meint Rösler.

Von Sandra Köhler

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