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LSV: Sprung zum modernen Verein ist gelungen

Lehrte LSV: Sprung zum modernen Verein ist gelungen

Der Vereinsvorsitzende Frank Prüße nennt es einen "Erfolg auf der ganzen Linie": Gut ein Jahr, nachdem sich der Lehrter SV (LSV) dazu entschlossen hat, das Fitness-Studio von Health City zu übernehmen, florierte der Verein wie nie zuvor. Die Mitgliederzahl stieg binnen Jahresfrist um rund 1800.

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Blick in den Cardio-Bereich im LSV-Sportpark.

Quelle: Katja Eggers

Lehrte. Es war ein mutiger Schritt, den der LSV in einer Mitgliederversammlung kurz vor Weihnachten 2015 einleitete. Damals stimmte eine überwältigende Mehrheit der anwesenden Mitglieder dafür, das zum Verkauf stehende Fitness-Center an der Everner Straße zu übernehmen. Ein Wagnis, denn immerhin mussten Kosten von 1,62 Millionen Euro gestemmt und ein Kredit aufgenommen werden. Jetzt sagt der Vereinsvorsitzende Frank Prüße, der Plan von damals, nämlich "den Schritt zum modernen Sportverein" zu wagen, sei voll aufgegangen. Die Mitgliederzahl sei rasant gestiegen, der Kredit von 1,8 Millionen Euro stelle für den Verein in seiner derzeitigen Verfassung kein Problem dar. Und schließlich gebe es schon eine ganze Reihe von Plänen für die Zukunft.

In der Tat war die Mitgliederzahl des größten Lehrter Vereins vor einem Jahr auf einen Stand von etwa 2700 gesunken. Insbesondere Fitness-Center hatten dem traditionellen Sportverein in den Jahren zuvor viele Mitglieder abspenstig gemacht. Während andere Klubs sich in dieses Schicksal ergeben, drehte der LSV einfach den Spieß um. Er stieg selber in das Segment Fitness ein.

Mittlerweile zähle die Fitness-Sparte im Verein etwa 1350 Sportler. Nur noch etwa 150 Nutzer des LSV-Sportparks (so heißt das frühere Health City jetzt) steckten in alten Verträgen des Vorgängers. Hinzu kämen rund 300 Reha-Sporter, rechnet Prüße vor. Mithin habe der LSV zum Jahreswechsel rund 4500 Mitglieder in den Listen, rund 500 Menschen nutzten darüber hinaus Kursangebote, ohne Mitgliedschaft im Verein. "Wir bewegen also rund 5000 Lehrter", sagt Prüße stolz.

Mehr noch: Die neuen wirtschaftlichen Grundlagen sicherten den Verein über viele Jahre hinaus und eröffneten neue Entwicklungschancen, meint Prüße. Er hat daher viele neue Pläne. Man wolle neue Angebote entwickeln, neue Abteilungen gründen und insbesondere Kindern adäquate Trainingsmöglichkeiten im Sportverein verschaffen. "Denn unser Weg hat erst begonnen", sagt der Vereinschef.

Zu den Projekten der nahen Zukunft gehöre zum Beispiel die energetische Sanierung der alten, vereinseigenen Jahnturnhalle an der Feldstraße. Dort ist mittlerweile aus dem alten Fitnessbereich ein Raum für Kleingruppen geworden, etwa für Yogakurse. An den Wänden sollen nun Spiegelwände installiert werden, wie sie für Ballettstunden notwendig sind. Nebenan entsteht in einem anderen Bereich Platz für Seminare, Besprechungen und Sitzungen. Darüber hinaus soll es in der Geschäftsstelle Platz für weitere Beschäftigte geben. Vier Arbeitplätze müssten noch her, verdeutlicht Prüße.

Aber auch im vereinseigenen Sportpark an der Everner Straße hat der Lehrter SV große Pläne. Dort sind einige Missstände schon behoben worden, etwa die störende Sonneneinstrahlung durch die Dachgauben. Nun stehe auch dort eine energetische Sanierung auf der Agenda. "Die größte Verbesserung haben wir dort aber durch unseren Mitarbeiterpool erreicht", meint Prüße: "Wir haben jetzt immer einen Trainer auf der Fläche."

Hinzu komme die stetig professioneller werdende Arbeit in der Vereinsverwaltung. In der Geschäftsstelle sind mittlerweile zehn Angestellte beschäftigt, einige davon ganztags, andere mit 450-Euro-Verträgen. Hinzu komme der Pool von jungen Leuten, die ihr Freiwilliges Soziales Jahr ableisteten.

Der mutige Weg des Lehrter SV ist mittlerweile auch anderswo ein Vorbild. Wenn sich die Verantwortlichen des Lehrter Vereins vor einigen Jahren noch Anschauungsunterricht bei anderen Klubs geholt hatten, die den Weg der Professionalisierung gegangen sind (etwa in Dinklage), so kommen jetzt Vertreter aus Vereinen, die den Weg noch vor sich haben, nach Lehrte. "Wir sind mittlerweile ein Vorzeigeobjekt", meint Prüße. Und das dürfe man auch gern außerhalb des LSV wahrnehmen. Daher habe man auch, mit professioneller Hilfe, den Außenauftritt runderneuert: frisches Logo, Marketingkonzept, Corporate Identity und Corporate Design sind die Zauberworte.

Ohne ein motiviertes Team ginge all dies allerdings nicht, betont der Vorsitzende. Er lobt dabei nicht allein sein Trainerteam und die Mitarbeiter der Geschäftsstelle, sondern insbesondere den neuen sportlichen Koordinator im Klub, Ralf Mauruschat. Den hat der Lehrter SV übrigens auch vom Health City übernommen. Mauruschat war dort zuvor Regionsmanager.

Das Sportzentrum am Hohnhorstweg war zu teuer

Vor mehreren Jahren hatte der Lehrter SV schon einen ersten Anlauf genommen, sich ein eigenes Sportzentrum mit Fitness- und Seminarräumen zuzulegen. Es sollte auf einem Gelände neben dem Hallenhad am Hohnhorstsee entstehen. Dort waren in einem Baukastensystem mehrere Bauabschnitte vorgesehen. Doch für den Neubau wären im Endeffekt weit über 3 Millionen Euro Kosten auf den Lehrter SV zugekommen. "Und für diesen Preis hätten wir noch nicht einmal ein Innenleben gehabt, keine Sportgeräte und Einrichtungen", verdeutlicht Vorsitzender Frank Prüße. Für die 1,62 Millionen Euro, die der Sportpark an der Everner Straße gekostet hat, habe man all dieses bereits dabei gehabt.

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Von Achim Gückel

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