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Elternbefragung: Geringer Rücklauf entzweit Rat

Lehrte Elternbefragung: Geringer Rücklauf entzweit Rat

Es sind laut Stadt nur "Rohdaten" - aber die nun vorgelegte Elternbefragung zur Entwicklung der Schullandschaft wird von der Ratsmehrheit und der Opposition ganz unterschiedlich bewertet. Die Rücklaufquote von 42 Prozent sei nicht aussagefähig, sagt die Gruppe CDU/Piraten. Sie zeige klare Tendenzen auf, meinen dagegen SPD, Grüne und Linke.

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Das Gymnasium ist die von Lehrter Eltern mit Abstand favorisierte Schulform.

Quelle: Achim Gückel (Archiv)

Lehrte. Die Stadt hatte 1687 Eltern von Schülern der ersten drei Grundschulklassen sowie von Kindern im letzten Kitajahr befragt. 715 haben den Fragebogen zurückgeschickt, das entspricht einer Quote von 42,38 Prozent. "Das hätten mehr sein können", resümiert Eckhard Otto, Leiter des Fachdienstes Schule, Sport und Kultur. Außerdem seien nur 525 Bögen verwertbar gewesen. 104 Teilnehmer hätten mehrere Schulformen angekreuzt und 86 mit "weiß nicht" geantwortet. Zusammen mit den Nichtteilnehmern hätten damit rund 70 Prozent der Eltern "keine richtige Meinung", sagte Otto jetzt im Schulausschuss und räumte ein: "Das ist statistisch schwer zu bewerten."

Das war Wasser auf die Mühlen der CDU. "Das ist kein erkennbares Ergebnis", urteilte Fraktionschef Hans-Joachim Deneke-Jöhrens. "Wie sollen wir damit umgehen?" Die Christdemokraten hatten sich im Vorfeld gegen die von SPD, Grünen und Linken durchgesetzte Befragung ausgesprochen. Jetzt werde die Zeit eng - denn bis zur letzten Ratssitzung vor der Sommerpause im Juni soll die Entscheidung über die Entwicklung der Schullandschaft fallen, in die die Stadt in den nächsten Jahren rund 20 Millionen Euro investieren will.

Ganz anders beurteilt die SPD die Elternbefragung. Auch wenn das Ergebnis nicht konkret sei, sei es doch eine Hilfestellung und spiegele teils die Realität wider, sagte Maren Thomschke - etwa beim Anwahlverhalten für das Gymnasium. Das ist bei den Eltern mit 47,6 Prozent mit Abstand die beliebteste Schulform, vor der IGS (33,1) und der Realschule (14,1). Die Oberschule spielt ebenso wenig eine Rolle (1,1) wie eine andere Schulform außerhalb Lehrtes (4,2).

Dies habe sich selbst bei den 104 Eltern, die mehrere Schulformen angekreuzt hätten, als Tendenz verfestigt, ergänzte SPD-Fraktionschef Bodo Wiechmann. 40 Prozent hätten sich für das Gymnasium, 27,8 für die IGS und 28,8 Prozent für die Realschule entschieden: "Jetzt wissen wir, in welche Richtung wir marschieren." Der Ausschussvorsitzende Thomas Diekmann nannte die Rücklaufquote von 42 Prozent für eine kommunale Umfrage "ein gutes Ergebnis". Carsten Milde (Grüne) bezeichnete die Rücklaufquote gerade nach der Diskussion um den komplizierten Fragebogen "ganz gut". Sie zeige eine anhaltend starke Nachfrage zum Gymnasium und eine steigende für den IGS-Standort Lehrte Süd.

Bürgermeister Klaus Sidortschuk kündigte an, jetzt mit den Schulleitern sowohl der weiterführenden Schulen als auch mit den Grundschulen in den Schulzentren Mitte und Süd über die Zukunft reden zu wollen. Bis zur Ratssitzung im Juni wolle man Lösungen vorlegen.

Von Oliver Kühn

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