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Debatte um die Kolonie Feierabend beginnt

Lehrte Debatte um die Kolonie Feierabend beginnt

Die Pläne, aus der Kleingartenkolonie Feierabend an der Manskestraße Bauland zu machen, sind in Lehrte in Windeseile zum großen Gesprächsthema geworden. Mancher ist von dem Vorhaben empört. In Internetforen gibt es aber auch besonnene Stimmen: Lehrte brauche neues Bauland. Bürgermeister Klaus Sidortschuk mahnt indes zu einer sachlichen Diskussion.

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Ist hier bald Feierabend? Die Kleingartenkolonie an der Manskestraße in Lehrte ist anscheinend eine grüne Oase auf Abruf.

Quelle: Julia Polley

Lehrte. Die Diskussion in der Facebook-Gruppe „Du bist Lehrter, wenn...“ kam innerhalb von Stunden auf Touren. Wütend und fassungslos seien sie angesichts der Baulandpläne, schreiben einige Nutzer dort. Mancher versucht, mit Kraftausdrücken seiner Verärgerung Luft zu machen. Andere sorgen sich nun um die Kleingärtner, die teilweise mit großer Hingabe ihre Parzellen bewirtschafteten. Mancher meint aber auch, Lehrte brauche dringend neue, preisgünstige Wohnungen – zur Not auf Kleingärtnerland.

Doch all das ist nur Begleitmusik zu der politischen Debatte über die Aufstellung eines Bebauungsplans, die demnächst beginnen wird. Und diese müsse sachlich geführt werden, meint Bürgermeister Klaus Sidortschuk. In einer ausführlichen Stellungnahme versucht er jetzt, mögliche Schärfe aus der Diskussion zu nehmen und Verunsicherung unter Lehrtes Kleingärtnern vorzubeugen. Er betont unter anderem, dass die Stadt gegenüber den Feierabend-Kleingärtnern alle ihre Pflichten nach dem Bundeskleingartengesetz uneingeschränkt erfüllen werde.

Gemeint sind damit Gespräche über Entschädigungen und Angebote für alternative Parzellen. Es werde dabei bleiben, dass in Lehrte für die Kleingartenanlagen, die Vereine und die Kleingärtner „sehr gute Bedingungen gelten“, schreibt das Stadtoberhaupt. Und weiter: „Es wird auch in Zukunft hier in unserer Stadt ein sehr gutes Angebot an Kleingärten geben.“

Sidortschuk erinnert daran, dass die Pläne für die Baulandentwicklung in Lehrte in dem 2015 vom Rat beschlossenen Integrierten Stadtentwicklungskonzept (Isek) festgeschrieben wurden – und zwar nach einem „sehr breiten Dialogverfahren“ mit Bürgern und Entscheidungsträgern. Bei der Ausweisung von Bauland gelte der Grundsatz „Innen- vor Außenentwicklung“ – die Bebauung innerstädtischer Flächen hat Vorrang vor neuen Baugebieten am Stadtrand. Darüber hinaus liege der Schwerpunkt künftiger Siedlungsentwicklung in der Kernstadt. Die Fläche des Kleingartenvereins Feierabend sei daher im Isek mit höchster Priorität bewertet worden.

„Ob diese Fläche tatsächlich zu Bauland entwickelt werden kann und soll oder welche Art der Bebauung erfolgen soll, kann erst in einem entsprechenden Bebauungsplanverfahren erarbeitet werden“, betont Sidortschuk.

Der Bürgermeister unterstreicht erneut, dass er mit den Vorsitzenden des Kleingartenvereins sowie des Bezirksverbandes der Kleingärtner persönliche Gespräche geführt habe. Im Rat der Stadt sagte er am Mittwochabend, dass die Chefs aller Kleingartenvereine in der Kernstadt nun ein Schreiben erhielten, in der die Ziele der Stadt beschrieben seien. In dem Zusammenhang betont Sidortschuk, dass die breite Zone mit Kleingärten am Westrand der Kernstadt – westlich der Tiefen Straße, des Grenzgrabens, des Wohngebiets Lehrte-West bis an die Iltener Straße – „für eine Siedlungsentwicklung tabu“ sei.

Von Achim Gückel

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