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Sturm: Entwurzelte Eiche zerstört Wohnhaus

Lehrte Sturm: Entwurzelte Eiche zerstört Wohnhaus

Eine vom Sturm "Xavier" entwurzelte Eiche hat in Arpke ein Wohnhaus unbewohnbar gemacht. Der mächtige Baum stürzte auf das Dach des Gebäudes und verursachte schwere Zerstörungen. Der Eigentümer meint sogar, sein Haus könne ein Totalschaden sein. Stadtweit verursachte "Xavier" 81 Einsätze für Hilfskräfte.

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Schlimme Sturmfolgen im Arpker Hainhoop: Die mächtige alte Eiche ist mit großer Wucht auf das Dach des Wohnhauses gestürzt. Zurzeit ist das Gebäude nicht bewohnbar.

Quelle: Achim Gückel

Arpke. Im Wäldchen Hainhoop in Arpke wütete der Sturm am Donnerstag offenbar besonders schlimm. An mehreren Stellen wurden dort Eichen entwurzelt. Eine davon stürzte auf das schmucke und idyllisch gelegene Wohnhaus ganz am Ende der Straße Am Schützenplatz, das quasi mitten in dem Waldstück liegt. Der Stamm schlug in den Dachfirst ein, zerschmetterte Ziegel und Balken. Hauseigentümer Dieter Buchholz meint, die Wucht des Aufpralls könnte die gesamte Dachkonstruktion verschoben und destabilisiert haben. "Dann ist das wohl sogar ein Totalschaden", meint er.

Menschen wurden bei dem Unglück nicht verletzt. Der Einsatz der Hilfskräfte im Hainhoop gestaltete sich jedoch schwierig. Um an das abgelegene Wohnhaus zu gelangen, mussten die Retter erst eine weitere entwurzelte Eiche zersägen, die quer über der Straße Am Schützenplatz lag und unter anderem den Zaun des benachbarten Schulhofs zertrümmert hatte. Ihre Bergungs- und Sicherungsarbeiten an dem Haus stellten Feuerwehr und Technisches Hilfswerk (THW) dann spät in der Nacht zum Freitag ein. "Es herrschte Einsturzgefahr", macht Stadtbrandmeister Jörg Posenauer klar.

Am Freitagnachmittag rückten schließlich erneut die Einsatzkräfte an, unter anderem mit dem Leiterwagen der Lehrter Ortsfeuerwehr. Sie versuchten erneut, die Überreste der Eiche und deren dicken Stamm anzuheben und zu zerlegen sowie das Dach vor Regen zu schützen.

Das Waldstück Hainhoop, auf dem die Eiche stand, gehört nach Auskunft von Arpkes Ortsbürgermeister Klaus Schulz einer Vielzahl von Eigentümern, die sich zu einer Realgemeinschaft zusammengeschlossen haben. Wer für den Schaden an dem Haus aufkommen muss, ist derzeit noch unklar.

Genau 81 Einsätze haben die Ortsfeuerwehren im Lehrter Stadtgebiet am Donnerstag und in der Nacht zum Freitag als Folge des Sturms abarbeiten müssen. 43-mal musste die Polizei in Lehrte und Sehnde anrücken. Die Einsatzorte seien über das gesamte Stadtgebiet verteilt gewesen, sagt Posenauer. 196 Feuerwehrleute waren dabei im Einsatz, dazu 40 Kräfte vom THW. "Erst um 4.20 Uhr konnten die letzten Kräfte wieder einrücken", sagt Posenauer. Zwischenzeitlich hatte die Stadtfeuerwehr auf dem Hof der Lehrter Feuerwache an der Schützenstraße ein Einsatzzentrum eingerichtet, um die Vielzahl von Hilferufen der Bürger koordinieren zu können. An wie vielen Stellen die Lehrter zur Selbsthilfe griffen und umgestürzte Bäume auf eigene Faust zersägten, ist nicht dokumentiert.

Einen spektakulären Einsatz hatten die Retter auch auf der Bahntrasse zwischen den Stationen Arpke/Immensen und Dollbergen. Dort hatten gegen 14 Uhr gleich zwei Züge stoppen müssen, weil sowohl vor als auch hinter ihnen Bäume auf die Gleise gestürzt waren. Einen der Züge habe man noch in den Bahnhof Lehrte schleppen können, sagt Posenauer. Der zweite, ein mit 45 Passagieren besetzter Nahverkehrszug, musste evakuiert werden. Die Aktion lief reibungslos. Allerdings hatten die Passagiere bis zu ihrer Evakuierung bereits mehrere Stunden in dem Zug ausharren müssen. Danach mussten sie rund 500 Meter über ein Feld bis zur nächsten Straße gebracht werden. Von dort aus ging es dann für die meisten der Fahrgäste zunächst in das Feuerwehrhaus nach Immensen. Zwei Rollstuhlfahrer evakuierten die Retter mit einer speziellen Draisine, welche die Burgdorfer Feuerwehr zur Verfügung gestellt hatte. Erst gegen 19.30 Uhr war die Evakuierung abgeschlossen.

Die Polizei berichtet indes von drei sturmbedingten Verkehrsunfällen mit Blechschäden im Stadtgebiet. Verletzte gab es aber durch den Sturm in ganz Lehrte nicht.

DRK-Bereitschaft gibt Kaffee in ICE aus

Auch die Bereitschaftstruppe des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Lehrte ist m Donnerstag ausgerückt. Die acht Einsatzkräfte wurden nach Auskunft des DRK-Vorsitzenden Achim Rüter zu einem ICE geordert, der wegen der Sturmfolgen nördlich von Großburgwedel hatte stoppen müssen. Die Helfer gaben dort Kaffee und Decken an die Reisenden aus.

Für die Lehrter DRK-Bereitschaft war dies laut Rüter bereits der sechste Einsatz in diesem Jahr. Bei Großfeuern, etwa jenen bei der Bäckerei Schäfers an der Mielestraße und der Firma Timberpak, seien die Helfer des DRK stets dabei, um Feuerwehrleute und THW-Helfer zu unterstützen.

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