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Fahrräder, Buggys, Dolmetscher

Lehrte/Sehnde Fahrräder, Buggys, Dolmetscher

Zahlreiche Initiativen kümmern sich in Burgdorf, Lehrte, Sehnde und Uetze darum, Flüchtlingen eine Starthilfe in ihrer neuen Heimat zu geben. Doch wie können Bürger diese Helfer unterstützen? Welche Spenden sind erwünscht? Und welche nicht?

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Ahmad Shoiai (von links), Bashir Niyazi und Hamid Nazari reparieren mit Martin Klages (zweiter von links) ein Fahrrad.

Quelle: Sandra Köhler

Lehrte/Sehnde. Fahrräder sorgen für Mobilität. Und diese ist auch für Flüchtlinge wichtig, vor allem wenn sie in abgelegenen Ortsteilen leben. Deshalb sorgen sich in Lehrte, Burgdorf, Sehnde und Uetze gleich mehrere Organisationen darum, Fahrräder für Flüchtlinge zu organisieren. So haben der Verein Landungsbrücke in Uetze und der SV Yurdumspor in Lehrte sogar Fahrradwerkstätten eingerichtet. Beide sammeln, wie auch das Ehrenamtliche Netzwerk für Asylsuchende in Sehnde (ENAS) und das Burgdorfer Mehrgenerationenhaus (BMGH), gebrauchte Drahtesel ein, um sie aufzuarbeiten und Flüchtlingen zur Verfügung zu stellen.

Doch auch hier ist Hilfe zur Selbsthilfe das A und O, die ehrenamtlichen Helfer zeigen ihren Schützlingen, wie sie Reparaturen und Einstellungen selbst vornehmen können: „Sie sollen es ja irgendwann alleine können“, betont Martin Klages vom Verein Landungsbrücke.

Doch mit den Rädern allein ist es nicht getan. Vor allem Fahrradsitze für Kinder, aber auch Helme werden gebraucht, sagt Laura Höfken, die das ENAS in Sehnde koordiniert. „Ich habe von einer Ärztin gehört, dass sie in letzter Zeit häufiger Kinder behandelt hat, die sich beim Mitfahren auf dem Gepäckträger an den Speichen verletzt haben“, sagt Höfken. Auch Kinderwagen und Buggys seien gefragt.

Um Möbel anzunehmen, fehlt es den Flüchtlingsinitiativen jedoch an Lagerräumen. „Zwar ist der Bedarf da, doch das wird erst dann akut, wenn es auch Wohnungen gibt“, sagt Ursula Wieker, Koordinatorin des BMGH: „Wenn Leute uns etwas anbieten und die Gegenstände dann bei ihnen solange untergestellt bleiben können, bis wir sie brauchen, dann ist das toll.“

Ebenfalls gesucht werden Menschen, die als Dolmetscher fungieren, sich als Lehrer in Sprachkursen engagieren oder Flüchtlingen eine Begleitung in Alltagsangelegenheiten bieten. „Wichtig ist, das Deutsch und die Sprache der Flüchtlinge gesprochen wird“, sagt Marion Niedermeyer, die zu den Ehrenamtlichen gehört, die beim DRK Lehrte Sprachkurse anbieten. Es mangele besonders an Arabisch sprechenden Personen. In Sehnde werden hingegen Menschen gesucht, die Serbisch, Albanisch oder Farsi beherrschen.

Von Sandra Köhler

DGB verurteilt Fremdenhass

Burgdorf/Uetze. Die Mitglieder des DGB-Ortsverbands Burgdorf/Uetze verurteilen in einer aktuellen politischen Erklärung jegliche Art von rechtem Hass gegenüber Flüchtlingen und Aufnahmestellen. Damit reagieren die Gewerkschafter auf die Ausschreitungen gegen eine Flüchtlingsunterkunft im sächsischen Heidenau. In der Erklärung, die sie am Dienstagabend beschlossen haben, heißt es: „Das, was in diesen Tagen in Deutschland passiert, ist nicht das Deutschland, welches weltoffen und freundlich ist. Wir sind entsetzt, dass dies in der heutigen Zeit möglich ist.“ Menschen, die auf Hilfe angewiesen seien, würden bedroht und angegriffen. Das erinnere an die dunkelste Zeit deutscher Geschichte. Die Erklärung schließt mit dem Appell an alle Bürgerinnen und Bürger, „sich vom rechten Terror zu distanzieren“.

Von Annette Wulf-Dettmer

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