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Familie Gas muss zurückkehren

Arpke Familie Gas muss zurückkehren

In Arpke gibt es eine Familie aus Montenegro, die Deutschland wieder verlassen muss - und ohne die Prozedur einer Abschiebung in das alte Heimatland zurückkehren will. Ein Kreis von Helfern kümmert sich darum, ihr ein Haus zu bauen.

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Haben in Arpke viele Unterstützer: Amir und Indira Gas zeigen mit ihren Kindern Arijan (5, von links), Ramo (10), Mivlida (9) und Zuchana (8 Monate) die Plakate mit rund 100 Unterschriften von Spendern.

Quelle: Katja Eggers

Lehrte. Der Traum von einem Neuanfang in Deutschland und einem sicheren Leben ohne Diskriminierung ist für die Roma-Familie Gas aus Montenegro mit einem Einschreiben vom Amt zerplatzt. „Asylantrag abgelehnt“ heißt es darin. Für Amir, seine Frau Indira und die vier Kinder bedeutet das: Innerhalb einer Woche die Hausmeisterwohnung am Arpker Waldbad, in der die Familie seit September lebt, wieder verlassen. Die Kinder aus der Schule nehmen, in der sie schon so gut Deutsch gelernt haben. Zurückkehren nach Montenegro, wo die Familie zwar nicht politisch verfolgt, aber wegen ihrer Zugehörigkeit zur Gruppe der Roma diskriminiert wird.

Weil das junge Paar entschieden hat, freiwillig auszureisen, bleibt ihm zumindest die Abschiebung erspart. Im Heimatland Montenegro steht die Familie jedoch vor dem Nichts. Ihr Haus ist vor zwei Jahren fast komplett abgebrannt. Die Ruine, in der die Familie seitdem lebte, hat die Regierung wegen Einsturzgefahr abreißen lassen. Die Familie ist zudem bettelarm. Als Roma darf Amir Gas in Montenegro lediglich Hilfsarbeiten übernehmen.

Unterstützung kommt jedoch vom Helferkreis Arpke, einer Gruppe von Ehrenamtlichen, die sich um Flüchtlinge im Ort kümmern. Dank vieler Gespräche mit Behörden konnten die Helfer eine Verlängerung der Frist zur freiwilligen Ausreise bis Ende Januar erwirken. Chancen, ihr Recht auf Asyl erfolgreich vor Gericht einzuklagen, haben Amir und Indira so gut wie keine. „Montenegro gilt als sicheres Herkunftsland und Amir und seine Familie gelten als Wirtschaftsflüchtlinge“, sagt Andrea Buchholz, Gründerin des Helferkreises.

Bis zur Ausreise Ende Januar soll nun aber möglichst viel Geld gesammelt werden. „Wir wollen der Familie einen menschenwürdigen Start im Heimatland ermöglichen“, sagt Anne Bönisch vom Helferkreis. Benötigt werden 10 000 Euro für den Bau eines kleinen Fertighauses in Montenegro. „Damit hätte die Familie ein Dach über dem Kopf“, sagt Helferin Katja Vahl.

Gebaut werden soll auf dem Grundstück, auf dem einst das Haus der Familie abgebrannt ist. Derzeit klären die Helfer die Grundstücksverhältnisse und holen Spendenzusagen ein. „Das Geld wird erst fällig, wenn das Projekt wirklich zustande kommt“, sagt Bönisch.

Rund 2000 Euro sind bereits bei einem von Helfern organisierten Weihnachtsmarkt und über die Weihnachtskollekte der Apostelgemeinde zusammengekommen. Wer ebenfalls spenden möchte, kann sich bei Katja Vahl per E-Mail an vahl.family@gmx.de melden.

Katja Eggers

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