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Familie ist empört über Umgang mit Toten

Lehrte Familie ist empört über Umgang mit Toten

Vergangene Woche ist der Burgdorfer Gerhard Sczakiel im Krankenhaus Lehrte gestorben. Die Familie ist geschockt von den Umständen seines Todes und dem Umgang mit seinem Leichnam. Das Klinikum weist ein Fehlverhalten des Personals zurück.

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Auf der Intensivstation des Lehrter Krankenhauses ist der Burgdorfer in der vergangenen Woche gestorben.

Quelle: Eike Brunhöber

Lehrte. Ursula Sczakiel kommen noch heute die Tränen, wenn sie an den Dienstag vergangener Woche zurückdenkt. Um 16.30 Uhr hatte sie ihren Mann auf der Intensivstation verlassen, wollte ihn am nächsten Tag wieder besuchen. Gegen 21.30 Uhr kam plötzlich der Anruf, dass ihr Mann gestorben sei. Als die Familie eintraf, lag der 87-Jährige noch immer in seinem Bett - und bot laut Witwe einen schrecklichen Anblick. „Sein Kopf war nach hinten überstreckt, der Mund stand offen, auf dem Laken waren noch Blutflecken“, sagt die 84-Jährige. „Das war ein Schock für uns alle.“

Sie könne nicht verstehen, dass er nicht in einem gesonderten Raum etwas hergerichtet worden sei. „Das war unter aller Würde“, sagt die Burgdorferin. Besonders getroffen habe sie, dass sie vorher nicht angerufen und informiert worden sei, dass es mit ihrem Mann zu Ende gehe. Dieser Umstand bewegt auch Sohn Thorsten. „Beim Tod meines Vaters war keiner bei ihm, wir konnten ihm nicht einmal die Hand halten und Abschied nehmen“, sagt der 55-Jährige. Er wisse, dass das Personal wenig Zeit habe, trotzdem sei er vom Umgang mit seinem Vater schwer enttäuscht.

Klinikumssprecher Bernhard Koch kann die Trauer und Empörung der Angehörigen nachvollziehen, sieht aber kein Fehlverhalten seiner Kollegen. Die sechs Patienten der Intensivstation würden während der Nachtschicht von zwei Pflegekräften betreut - das Personal dürfe die Station nachts nicht verlassen. Der Tote habe deshalb erst morgens in den dafür vorgesehenen Raum der Stille gebracht werden können.

Die Pfleger hätten dem Verstorbenen sogar erst noch eine Mundbinde angelegt, sich dann jedoch dagegen entschieden, weil auch dies kein schöner Anblick sei. Koch räumt ein, dass dies keine „würdige Aufbahrung“ gewesen sei. Das sei jedoch der Notfallsituation geschuldet gewesen. Wegen des „plötzlichen und unvorhersehbaren Todes“ nach einer Reanimation sei auch kein Anruf im Vorfeld erfolgt. „Das gehört sonst zur Routine“, sagt Koch. Das Personal sei daher überrascht über die Beschwerde und hätte sich ein Gespräch gewünscht.

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