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Familien nutzen Bildungspaket wenig

Lehrte Familien nutzen Bildungspaket wenig

Das Bildungs- und Teilhabepaket des Bundes für bedürftige Familien wird in Lehrte nur zu 28 Prozent ausgeschöpft: Die Stadt ist damit Schlusslicht in der Region Hannover und liegt weit unter dem Schnitt von 42 Prozent. Sie will die Zahlen nun analysieren und über Schulsozialarbeiter mehr Werbung machen.

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Die CDU kritisiert Lehrtes schlechte Zahlen beim Teilhabepaket.

Quelle: Symbolbild

Lehrte. „Sieben von zehn bedürftigen Kindern gehen in Lehrte leer aus, das ist ein desaströses Ergebnis und inakzeptabel“, kritisiert der Lehrter CDU-Regionsfraktionsvorsitzende Bernward Schlossarek, der die Zahlen mit einer Anfrage öffentlich machte. Die Stadt müsse nun Ursachenforschung betreiben, denn die Inanspruchnahme von Leistungen sei in den Nachbarkommunen Sehnde (46 Prozent), Burgdorf (41) und Uetze (41) deutlich höher.

Laut Region haben in Lehrte in 2014 von 2133 anspruchsberechtigten Kindern und Jugendlichen bis 24 Jahre nur 597 mindestens eine Leistung beantragt. Nicht eingerechnet ist Schulbedarf wie Taschenrechner und Tuschkästen. Ganz oben rangieren Anträge zum Mittagessen und andere Leistungen für private Angebote wie Beiträge für einen Sportverein oder Musikunterricht. Nimmt man nur die Altersgruppe von sechs bis 17 Jahren, liegt die Quote bei deutlich besseren 43 Prozent - aber immer noch weit unter dem Regionsschnitt von 65 Prozent.

Eine geringere Beantragung bedeute aber nicht gleich eine schlechte Quote, sagt die Region - etwa wenn es schulische Angebote vor Ort gebe, sodass weniger Lernförderung in Anspruch genommen wird. Zudem könne es sein, dass von „potenziell leistungsberechtigten“ Lehrtern viele dennoch keinen Anspruch haben - etwa wenn sie weder eine Schule besuchen noch eine schulische Ausbildung absolvieren. Dafür gebe es aber keine Daten.

Aus diesem Grund sieht auch die Stadt Schwierigkeiten bei der Vergleichbarkeit, da sie Anträge nur an das Jobcenter weiterleite und selbst keine konkreten Zahlen habe. „Warum Eltern Angebote nicht annehmen, wissen wir nicht“, sagt Sprecher Fabian Nolting. Die Verwaltung will die Zahlen aber analysieren, den Austausch mit der Region und den Jobcentern suchen sowie über ihre Schulsozialarbeiter mehr Werbung bei den Familien machen.

Auch in Burgdorf erhalten die meisten Anspruchsberechtigten Leistungen vom Jobcenter. „Zu diesem Personenkreis kann von uns leider keine Aussage getroffen werden“, sagt Sprecher Jens Böhm. Anträge zum Mittagessen und für Ausflüge stünden aber ganz oben.

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