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Feuerwehr nach Unfall auf A2 nicht voll einsatzfähig

Lehrte Feuerwehr nach Unfall auf A2 nicht voll einsatzfähig

Der ABC-Zug der Regionsfeuerwehr Hannover Ost ist nach dem Gefahrgutunfall auf der A2 am Wochenende nicht voll einsatzfähig. Knapp 20 Chemieschutzanzüge müssen möglicherweise ersetzt werden. Im Notfall müssten nun Einsatzkräfte der hannoverschen Berufsfeuerwehr aushelfen.

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Die Schutzanzüge reichten bei dem Unfall auf der A2 am Freitag nicht aus. 

Quelle: Christian Elsner

Burgdorf/Lehrte/Sehnde/Uetze. Von einem momentanen Engpass spricht Lehrtes Stadtbrandmeister Jörg Posenauer. Seinen Angaben zufolge fehlen dem ABC-Zug – dem Feuerwehrleute aus allen vier Kommunen angehören – nach einer Häufung von Einsätzen die entsprechenden Schutzanzüge. „Wir haben normalerweise etwa 20 Anzüge im Zug“, sagt Posenauer. Über weitere verfügen die Freiwilligen Feuerwehren der Kommunen in speziellen Fahrzeugen zusätzlich. Weil die Schutzanzüge bei dem Großeinsatz auf der Autobahn 2 am Freitagabend nicht ausreichten, musste die Ortsfeuerwehr Burgdorf zehn Stück zum Einsatzort bringen, wie Ortsbrandmeister Florian Bethmann sagt.

Die A2 von Braunschweig in Richtung Hannover musste nach einem Unfall mit einem Laster für mehrere Stunden gesperrt werden.

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„Knapp 20 Feuerwehrleute waren mit Schutzanzügen im Einsatz“, sagt Posenauer und fügt hinzu, es sei momentan unklar, ob diese gereinigt werden könnten. Denn das bei dem Unfall ausgelaufene Harz erhärtet beim Kontakt mit Wasser und wird spiegelglatt. Ein THW-Sprecher erklärte bereits am Wochenende, das Harz lasse sich nur schwer von Oberflächen entfernen. „Die Substanz klebt extrem“, bestätigt auch Posenauer. Beim Reinigen dürfe aber keine Beschädigung im Stoff entstehen, durch die bei einem späteren Einsatz möglicherweise Säure oder Lauge eindringen könne. Werde dies nicht gewährleistet, weil die Anzüge nicht rückstandslos gereinigt werden könnten, dann müssten die Feuerwehren sie zum Stückpreis von 2000 Euro ersetzen.

„Die Kosten muss der Verursacher tragen“, sagt Posenauer. Allerdings betrage die Lieferzeit für neue Schutzanzüge zwischen zwei und vier Wochen. „Der ABC-Zug ist deshalb momentan nicht voll einsatzfähig“, sagt der Stadtbrandmeister und betont, bei einem weiteren Gefahrgutunfall käme die Berufsfeuerwehr der Stadt Hannover deshalb als Unterstützung dazu. „Das habe ich bereits vereinbart.“

Nach Aussage Posenauers muste der ABC-Zug innerhalb eines Jahres vier große Einsätze bewältigen – zuletzt am 6. Oktober wegen ausgelaufener Salzsäure im Lehrter Mielewerk. „Das ist mehr als in den 20 Jahren davor“, verdeutlicht der Ahltener die schwierige Situation und ergänzt, drei Alarme hätten die Autobahn betroffen. „Die Gefahrensituation auf der Autobahn nimmt zu, wir müssen uns wohl an das Niveau gewöhnen“, sagt Posenauer.

Lehrtes Stadtbrandmeister hatte in der Vergangenheit schon mehrfach vor einer möglicherweise stark steigenden Anzahl von Gefahrguteinsätze im Bereich Lehrtes gewarnt – und zwar durch den Lastverkehr des geplanten Containerterminals Megahub zwischen Ahlten und Lehrte.

Von Antje Bismarck und Achim Gückel

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