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Fit für die Flüchtlingsarbeit

Lehrte Fit für die Flüchtlingsarbeit

Sie helfen Flüchtlingen künftig kompetent durch den Alltag: 15 Ehrenamtliche haben sich in einem Kurs von Lehrter DRK und Volkshochschule zu Integrationslotsen ausbilden lassen und dafür nun ihre Zertifikate bekommen.

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Quelle: Symbolbild

Lehrte. Hinter den frisch gebackenen Integrationslotsen liegen 48 Unterrichtsstunden. Zwei Monate lang haben sich die Frauen und Männer mit interkulturellen Kompetenzen, Kommunikation, Rahmenbedingungen der Einwanderung und Tipps zur Informationsbeschaffung auseinandergesetzt und mit Experten über aktuelle Probleme in der Flüchtlingsarbeit diskutiert.

Im DRK-Zentrum an der Ringstraße haben sie jetzt ihre Zertifikate aus den Händen von Lehrtes Bürgermeister Klaus Sidortschuk entgegengenommen. „Die traurige Situation, dass Menschen ihre Heimat verlassen müssen, weil sie dort verfolgt, verletzt oder vertrieben werden, wird noch über Jahre hinweg anhalten“, sagte Sidortschuk bei der Urkundenübergabe.

Die Integrationslotsen würden daher einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass sich Neuankömmlinge in Lehrte im Alltag schnellstmöglich zurechtfinden.

Ihr erworbenes Wissen wenden die Lotsen bereits in der Praxis an. Die meisten von ihnen engagieren sich im sogenannten Montagscafé des Lehrter DRK, einem regelmäßigen Treff für Flüchtlinge und Bürger. Die Lotsen beantworten dort Fragen der Zuwanderer, geben ihnen Tipps für den Alltag und gehen gemeinsam Behördenpost durch.

Darüber hinaus kümmern sich die Lotsen um einzelne Flüchtlinge oder Familien. Lutz Bötel betreut etwa eine Familie aus dem Sudan, und Regina Rüter begleitet einen Afghanen regelmäßig bei Behördengängen.

Achim Rüter, Chef des DRK Lehrte, freute sich, dass mit der Qualifizierung zum Integrationslotsen jetzt auch ehrenamtliche Helfer Unterstützung bekommen haben.

Die Resonanz auf den Kurs ist laut Volkshochschulleiterin Elke Vaihinger groß gewesen. „Wir hatten acht Personen auf der Warteliste“, sagte Vaihinger. Ein zweiter Kurs soll demnächst in Isernhagen angeboten werden. Wenn es auch dort eine Warteliste gibt, soll ein dritter folgen. „Wir denken zudem über einen Aufbaukurs nach“, sagte Vaihinger.

Das Konzept des Lehrgangs wurde vom Niedersächsischen Sozialministerium entwickelt und wird auch von diesem gefördert. Die Stadt beteiligte sich ebenfalls an den Kosten und übernahm die Gebühren in Höhe von 25 Euro pro Teilnehmer.

„Man bekommt viel zurück“

Mit Integrationslotsin Renate Löhmann (56) aus Lehrte sprach Anzeiger-Mitarbeiterin Katja Eggers.

Frau Löhmann, warum haben Sie an der Qualifizierung zum Integrationslotsen teilgenommen?

Ich habe gern mit Menschen zu tun, mache schon länger im Montagscafé beim DRK mit und möchte da künftig auf Flüchtlingsfragen noch gezielter antworten können. Interessiert haben mich im Kurs daher vor allem rechtliche Fragen.

Hat Ihnen der Kurs da jetzt weitergeholfen?

Ja, ich habe viele Antworten bekommen und weiß jetzt auch, wo ich bei Bedarf noch nachfragen kann. Dass ein Experte aus der DRK-Flüchtlingsarbeit im Kurs aus der Praxis erzählt hat, fand ich besonders interessant. Hilfreich waren aber auch die Inhalte zum Thema Kommunikation.

Wo können Sie ihr neues Wissen denn jetzt in der Praxis einsetzen?

Ich stehe Flüchtlingen weiterhin im Montagscafé als Ansprechpartnerin für alle möglichen Fragen zur Verfügung. Darüber hinaus gebe ich einem Afghanen Sprachunterricht, der Analphabet ist. Die Flüchtlinge nehmen die Hilfe gern und dankbar an, sodass man als Helfer auch sehr viel zurückbekommt.

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