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Flüchtling schafft Sprung in den Arbeitsmarkt

Lehrte Flüchtling schafft Sprung in den Arbeitsmarkt

Der Weg in den Arbeitsmarkt ist für Flüchtlinge in Deutschland mit vielen bürokratischen Hürden verbunden. Marius Leon von der Elfenbeinküste hat den Sprung geschafft: Er hat jetzt eine Vollzeitstelle als Klempner bei einem Heizungsbauer in Hämelerwald. Unterstützung kam von der Initiative "Lehrte hilft".

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Endlich einen festen Job gefunden: Flüchtling Marius Leon von der Elfenbeinküste hat jetzt einen Arbeitsvertrag als Klempner in Vollzeit unterschrieben.

Quelle: privat

Lehrte. Bis Leon seine feste Stelle antreten durfte, dauerte es. Die Ausländerbehörde und die Arbeitsagentur mussten erst vieles prüfen. Denn bislang dürfen Asylbewerber in den ersten drei Monaten in Deutschland nicht arbeiten. Danach prüft das Arbeitsamt, ob es für freie Stellen nicht einen geeigneten deutschen Bewerber gibt.

All das zog sich lange hin. Am 18. Oktober bekam Leon dann aber den lang ersehnten Stempel auf seine Papiere und konnte am nächsten Tag mit der Arbeit loslegen. "Marius darf sich wirklich glücklich schätzen - nicht alle Arbeitgeber sind so geduldig und warten mit einem Arbeitsvertrag, bis endlich alle behördlichen Genehmigungen vorliegen", erklärt Armin Albat von der Initiative "Lehrte hilft".

Über das sogenannte Jobcoaching hat die Initiative bereits rund 40 Flüchtlingen ein Praktikum oder eine Einstiegsqualifizierung vermittelt. Etwa ein Dutzend Geflüchteter hat mittlerweile einen festen, sozialversicherungspflichtigen Job. "Wer als Flüchtling die nötige Vorbildung mitbringt, hat gerade im Handwerk gute Chancen", sagt Albat. Arbeitsmöglichkeiten gibt es für Geflüchtete zudem im Bereich Lager und Logistik.

Anke Gabcke hat im Jobcoaching inzwischen rund 130 Flüchtlinge bei der ersten beruflichen Orientierung in Deutschland betreut und mit ihnen unter anderem Vorstellungsgespräche geübt und Bewerbungsunterlagen erstellt.

Auch Leon hat an dem Coaching teilgenommen. In seiner Heimat hat er bereits mehrere Jahre als Klempner gearbeitet. Im vergangenen Jahr hospitierte er zwei Wochen lang unentgeltlich in einem Unternehmen in Steinwedel. Ein Praktikum war aufgrund fehlender Genehmigungen damals noch nicht möglich. Anfang 2016 vermittelte "Lehrte hilft" den Flüchtling in eine Einstiegsqualifizierung der Arbeitsagentur Hannover. Es folgten ein sechswöchiges Praktikum in einer Firma für Sanitär- und Heizungstechnik in Lehrte und ein Langzeitpraktikum bei Leons jetzigem Arbeitgeber in Hämelerwald.

Dass es in dem Betrieb jetzt auch mit einer Feststelle geklappt hat, freut den Flüchtling sehr. "Alles ist gut: Interessante Arbeit, nette Kollegen, eigenes Geld", sagt Leon. Deutsch lernen könne er bei der Arbeit sogar besser als in einem Sprachkurs. "Arbeiten ist der beste Sprachkurs", sagt Leon.

Von Katja Eggers

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