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Gasteltern nehmen Kinder aus Tschernobyl auf

Bolzum/Lehrte Gasteltern nehmen Kinder aus Tschernobyl auf

Aufatmen bei der Lehrter Matthäusgemeinde: Das Projekt, das Kindern aus Tschernobyl seit 21 Jahren einen vierwöchigen Erholungsurlaub in Lehrte ermöglicht, wird fortgeführt. „Es haben sich schließlich doch noch genug Gasteltern gefunden“, sagte Friederike Rosengarten, Gastmutter aus Lehrte.

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Ausflug mit dem Rettungsboot: Die Feuerwehr Sehnde schippert mit Kindern aus Tschernobyl über den Mittellandkanal.

Quelle: Katja Eggers

Bolzum/Lehrte. Bis vor Kurzem hatte die Aktion auf der Kippe gestanden - die Bereitschaft von Lehrter Familien, Kinder für vier Wochen bei sich aufzunehmen, war zurückgegangen. Nach einem Aufruf im Anzeiger und der Ankündigung, die vier Wochen zu splitten, hatten sich aber doch noch Eltern gemeldet. Seit Anfang Juni sind in elf Gastfamilien zehn Kinder zwischen zehn und 14 Jahren aus der durch die Nuklearkatastrophe bei Tschernobyl verstrahlten Region untergebracht.

Die Gemeinde hat für sie ein vielseitiges Programm auf die Beine gestellt. Am Freitagabend schipperten die Mädchen und Jungen in Rettungsbooten der Feuerwehr Sehnde über den Mittellandkanal. Zur Ablegestelle hinter der Schleuse bei Bolzum wurden die Kinder mit Löschfahrzeugen der Feuerwehr Ilten kutschiert. Nach der Bootspartie ging es im Feuerwehrauto zurück zur Feuerwache in Ilten, wo die Kinder gemeinsam grillten und übernachteten.

Auch Ausflüge nach Hamburg, Bremerhaven und in den Zoo Hannover haben die Kinder schon hinter sich. Als Nächstes steht unter anderem ein Besuch der Kindersportschule des Lehrter Sportvereins auf dem Programm.

Für die Kinder bedeutet der Ausflug nach Deutschland vor allem Erholung. „Frische Luft, frisches Wasser, Bewegung und gute Stimmung - das ist positiv für die Gesundheit und die Entwicklung der Kinder“, sagte Arzt Alexander Pokulniewitsch, der die Gruppe während ihres Aufenthalts betreut.

Vom Besuch der Tschernobylkinder profitieren aber auch die Lehrter Gastfamilien. „Über die Kinder lernen wir Menschen aus anderen Kulturen kennen - das ist eine große Bereicherung“, sagte Gastvater Wolfgang Litza.

von Katja Eggers

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