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Gatsbys Fassade bröckelt

Lehrte Gatsbys Fassade bröckelt

Ein stark reduziertes Bühnenbild gibt den Blick frei auf ein mondänes Partyvolk, auf dandyhafte Mannsbilder und Dienstboten in feinem Zwirn: „Der große Gatsby“ war im Kurt-Hirschfeld-Forum zu sehen.

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Sie feiern den Luxus, das Automobil und sich selbst: Jay Gatsby (Hans Piesbergen, großes Bild rechts und oben) und Nick Carraway ( Hendrik Winkler).

Quelle: Susanne Hanke

Lehrte. Glanz und Glitter bei den Kostümen, nur sieben Akteure, das allernötigste bei der Requisite: So spiegelt das Stück den Glanz der Goldenen Zwanzigerjahre wider - und zeigt gleichzeitig all die Brüchigkeit hinter der Fassade aus Flitter und Tand.

Da ist zum Beispiel der elegante und charmante Gatsby, der plötzlich ganz unsicher wird, als er auf seine Jugendliebe trifft. Daisy, verheiratet mit einem Baseballstar, trinkt sich ihr Dasein erträglich und verbirgt auf diese Weise ihre verletzte Seele. Es bröckelt in all den Fassaden, die sich Schöne und Reiche erbaut haben.

Manche Szene hat angesichts des minimalistischen Bühnenbilds und der Beschränkung auf gerade so wenige Akteure aberwitzige Züge. Etwa jene Autofahrt auf einem umgebauten Sofa. Männer schlüpfen da in Frauenkleider, ein Macho ist in der nächsten Szene ein Butler. Vielleicht ist all das nicht immer glücklich, um die Genusssucht, Langeweile, Verführung und Verderbtheit der Goldenen Zwanziger zu interpretieren.

Von Susanne Hanke

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