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Gericht muss tödlichen Unfall klären

Lehrte/Arpke Gericht muss tödlichen Unfall klären

Ein 27-jähriger Arpker muss sich seit Dienstag vor dem Amtsgericht Lehrte wegen fahrlässiger Tötung und Unfallflucht verantworten. Ihm wird vorgeworfen, mitten in Arpke einen 52-jährigen Radler totgefahren zu haben. Im Prozess taten sich einige Ungereimtheiten auf.

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Symbolbild: Das Amtsgericht muss den Sachverhalt klären.

Quelle: Martin Lauber

Lehrte. Grundsätzlich ist die Sache klar: Am 27. Dezember 2012 gegen 21.40 Uhr war der 27-Jährige mit seinem VW Passat in Arpke unterwegs. Mit im Auto: der Bruder des Angeklagten, ein Bekannter sowie eine Bekannte. An der leicht versetzten Kreuzung aus Kreuzkamp, Ahrbeke und Westerende geschah die folgenschwere Kollision. Der Passat kam aus dem Kreuzkamp, der Radler aus Richtung Ahrbeke und hatte Vorfahrt. Obwohl er mit Reflektoren ausgestattet war und der 52-Jährige sogar eine kleine Lampe an seiner Mütze trug, wurde er vom Mann am Steuer des Passat übersehen. Der Aufprall war so heftig, dass der Radler, ein Mann aus Sievershausen, noch an der Unfallstelle starb.

Auch andere Fakten wurden am Dienstag deutlich: Der Passat war mit 40 Kilometer pro Stunde unterwegs, als es zur Kollision kam. Der Fahrer hatte kein Alkohol im Blut, wohl aber Drogenrückstände. Doch über all dieses werden Sachverständige erst in einem weiteren Verhandlungstag am 5. Dezember Genaueres sagen. Am Dienstag sagten neben dem Angeklagten auch dessen drei Mitfahrer aus - und dabei taten sich allerlei Ungereimtheiten auf, die Richter Robert Glaß arg in Rage brachten. Mal hieß es, der 27-Jährige habe den Passat vor der Kreuzung gestoppt, mal war von einem leichten Bremsen die Rede. Auch über die Sitzpositionen in dem Auto war man sich nicht einig: Allein zwei der Zeugen wollen hinten rechts gesessen haben. Und über das Treffen im Haus des Angeklagten, dass der Unfallfahrt vorausging, drifteten die Angaben ebenfalls weit auseinander.

Unter anderem gab es unterschiedliche Angaben darüber, wer an dem Treffen überhaupt beteiligt war. All diese Einzelheiten sind nur Randnotizen. Doch der Rechtsbeistand der Hinterbliebenen des 52-Jährigen sah in diesen Ungereimtheiten Methode: Die Zeugen hätten sich abgesprochen und versuchten, den Angeklagten zu decken, mutmaßte er. Möglicherweise hat der Anwalt Recht. Schon in der Nacht des tragischen Geschehens war der 27-Jährige vom Unfallort weggefahren. Sein Bruder blieb jedoch dort, rief einen Rettungswagen und tischte der Polizei die Geschichte auf, er habe den Radler an der Kreuzung gefunden und wisse nicht, was passiert sei. Erst am Tag darauf gingen alle vier zur Polizei, und der 27-Jährige gab zu, den Sievershausener angefahren zu haben.

Achim Gückel

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