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Gettos sollen nicht entstehen

Lehrte/Sehnde Gettos sollen nicht entstehen

405 und 166: Das sind die neuen Flüchtlingsquoten für die Städte Lehrte und Sehnde, die die Landesaufnahmebehörde den Kommunen als „Weihnachtsgeschenk“ übermittelt hat. Bis Ende März müssen alle untergebracht werden - und das geht nicht mehr ohne neue Sammelunterkünfte und Containeranlagen.

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Containeranlagen wie hier an der Manskestraße werden nächstes Jahr vermutlich mehrfach im Lehrter Stadtgebiet aufgebaut.

Quelle: Kühn

Lehrte. „Diese Quote hat uns überrascht“, sagt Lehrtes Stadtsprecherin Nele Domin. Man sei zwar von einer hohen Zahl ausgegangen, aber diese sei doch „sehr hoch“. Noch vor wenigen Wochen habe das Land Niedersachsen rund 270 Flüchtlinge angekündigt. Deshalb wolle die Stadt mehrere große Gewerbeobjekte anmieten. Entsprechende Gespräche stünden kurz vor einem Abschluss.

Darüber hinaus gibt es Überlegungen, weitere Container anzuschaffen - denn die erste Anlage in der Manskestraße mit 40 Asylbewerbern ist schon seit Weihnachten belegt. Feste Standorte gebe es dafür aber noch nicht. Kriterien seien etwa, ob dort schon Versorgungsleitungen lägen oder Anschlüsse einfach und zügig verlegt werden könnten. Sicher sei nur eines: Die Anlagen dürften nicht zu groß und damit zum Getto werden. Dass auf den ehemaligen Stadtwerke-Parkplatz an der Manskestraße weitere Container kommen, ist daher eher unwahrscheinlich.

Das Konzept der dezentralen Unterbringung in Wohnungen ist sowohl in Lehrte wie auch in Sehnde nicht mehr einzuhalten. „Wir sind aber gut gerüstet“, sagt Sehndes Fachdienstleiterin Soziales, Susann Thier. Das liege daran, dass die Stadt im Februar das Hotel Zur Linde in Höver übernehmen könne - es wird mit 150 Flüchtlingen die bislang größte Sammelunterkunft. Ferner werde der letzte Abschnitt des Umbaus im Bundessortenamt in Rethmar im Januar fertig.

Zudem habe der Rat erst kürzlich den Kauf des ehemaligen Avacon-Gebäudes beschlossen. Vor Mitte nächsten Jahres sei dieses aber nicht umgebaut und belegbar. „Und wir hoffen auf Fluktuation in anderen Unterkünften“, sagt Thier. Wenigstens würden zwischen den Jahren keine neuen Flüchtlinge zugewiesen.

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