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Brand beschädigt ein Drittel des Firmengeländes

Lehrte Brand beschädigt ein Drittel des Firmengeländes

Der Großbrand bei der Recyclingfirma Timberpak am Sonnabend hatte Auswirkungen über die Stadt hinaus: Weil offenbar Gaffer am Gleisbett filmten, mussten im Bereich Lehrte auf Anordnung der Bundespolizei zwischen 19.16 und 20.07 Uhr viele Züge umgeleitet werden.

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Die Feuerwehr verteilt die Brandreste, um Glutnester besser löschen zu können.

Quelle: Oliver Kühn

Lehrte. Geht da ein Brandstifter in Lehrte mit einem fatalen Hang zu Großfeuern um? Nach dem Brand der Turnhalle im Schulzentrum im Januar war dies nach dem ersten Feuer bei Timberpak im März die dritte große Brandstiftung in diesem Jahr. Merkwürdiger Zufall: Das Unternehmen wollte diese Woche eine Videoüberwachung installieren - der Brandstifter kam dem zuvor.

Die Polizeidirektion Hannover tappt noch völlig im Dunkeln. Weil die Ermittlungen noch ganz am Anfang stünden, könnten keine Angaben zu möglichen Zusammenhängen mit dem Brand im Schulzentrum gemacht werden, sagte eine Polizeisprecherin am Montag. Die Polizei geht nach wie vor von vorsätzlicher Brandstiftung aus, doch weil immer noch Glutnester schwelen, konnten die Brandermittler den Brandherd noch nicht untersuchen. Auch Zeugenhinweise seien bislang noch nicht eingegangen.

Ein Lehrter Polizeisprecher könnte sich auch eine Steigerungsspirale vorstellen, denn oft bauten sich kriminelle Karrieren über Jahre auf. Tatsächlich war im März nur ein etwa 100 Quadratmeter großer Berg mit Paletten und Holzschnitzeln in Flammen aufgegangen - diesmal war es eine 2000 Quadratmeter große Fläche mit einem mehr als zehn Meter hohen und 1000 Tonnen schweren Holzberg. Insgesamt ist ein Drittel des 15.000 Quadratmeter großen Geländes betroffen, der Betrieb sei deshalb "ein bisschen gebremst", sagt Timberpak-Geschäftsführer Peter Lattrich.

Spekulation ist derzeit auch, ob es mit dem Antrag des Unternehmens im Herbst vergangenen Jahres zu tun hat, auf dem Gelände mehr sogenannte "gefährliche Holzabfälle" verarbeiten zu dürfen, die etwa mit Lacken oder Lösungsmitteln belastet sind. Nach einem Störfall hatte das Gewerbeaufsichtsamt bei einer Inspektion aber keine Beanstandungen gehabt.

Geschäftsführer Peter Lattrich wird es nach dem zweiten Brand innerhalb eines halben Jahres langsam etwas mulmig zumute. Eine Erklärung habe er für die beiden Brandstiftungen nicht, seine Firma habe "keine Feinde": "Aber wegen des Holzes ist die Attraktivität für Brandstifter vielleicht hoch." Das Feuer an diesem Wochenende sei zudem ein komischer Zufall. Nach dem ersten Fall im März sei eine Videoüberwachung geplant gewesen, in dieser Woche sollte sie eingebaut werden. "Die Kabel dafür liegen schon auf dem Dach, das ist wirklich äußerst unglücklich."

Wie der oder die Täter auf das Gelände gelangt sind, ist ebenfalls noch unklar. Das Gelände ist weitgehend mit einem Zaun gesichert, aber im östlichen Bereich könnten Zündler mit genügend krimineller Energie ohne größere Probleme in das Areal eindringen - jedenfalls bis jetzt. Ein Hochsicherheitstrakt könne das Gelände auch nicht werden, sagt Lattrich: "Wir lagern ja nichts für einen Diebstahl."

Wie hoch der Schaden ist, kann der Geschäftsführer noch nicht beziffern. Anders sei das mit dem Asphalt unter den abgebrannten Holzbergen. Der sei vermutlich zerstört, was schnell Kosten von 20.000 bis 30.000 Euro nach sich ziehen könne. Die Feuerwehr wässert das Areal wegen der vielen Glutnester noch bis mindestens Dienstagnachmittag. Das Löschwasser stammt aus dem firmeneigenen, 1,5 Millionen Liter fassenden Löschwasser-Rückhaltebecken, damit kein kontaminiertes Wasser ins Erdreich laufen kann. "Da ist nichts in Kanäle, Gräben oder Teiche gesickert", bestätigt Swend Hagemann von der Lehrter Stadtentwässerung. Die Feuerwehr hat das Wasser in einem Kreislauf immer wieder zum Löschen genutzt. "Das müsste langsam kochen", scherzte ein Feuerwehrmann.

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Von Oliver Kühn

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