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Helfer machen Flüchtlinge für Straßenverkehr fit

Lehrte Helfer machen Flüchtlinge für Straßenverkehr fit

Wann muss ich als Radfahrer eigentlich Handzeichen geben? Auf welcher Straßenseite fahre ich? Wie verhalte ich mich am Zebrastreifen? Für Flüchtlinge sind die Verkehrsregeln und die vielen Schilder in Deutschland mitunter eine echte Herausforderung. Nachhilfe in Sachen Verkehrserziehung bekommen sie in Lehrte jetzt vom Netzwerk „Lehrte hilft“.

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Hütchenparcours auf dem Schützenplatz: Die Flüchtlinge probieren die gespendeten Fahrräder aus und machen Bremstests.

Quelle: Katja Eggers

Lehrte. Die Initiative macht derzeit 13 Flüchtlinge für den Straßenverkehr fit. Auf dem Schützenplatz hat am Mittwochnachmittag die erste Übungsstunde stattgefunden. Zum Auftakt fuhren die Teilnehmer mit Rädern durch einen Hütchenparcours, übten bremsen und beim Fahren Handzeichen zu geben.

Die Teilnehmer kommen vor allem aus Balkanstaaten. Fahrradfahren können auch die erst Siebenjährigen unter ihnen. Probleme bereiten aber die Verkehrszeichen und Regeln. „Ich habe heute gelernt, wie man sich am Zebrastreifen verhält“, sagte die 18-jährige Lejla aus Monte­negro.

„Viele Flüchtlinge kommen aus ländlichen Bereichen und sind mit den zahlreichen deutschen Schildern gar nicht vertraut“, sagte Christine Kayser von „Lehrte hilft“. Die Ehrenamtliche hat das Konzept für den neunstündigen Kurs gemeinsam mit Katrin Simokat-Weber von der Fahrschule Simokat erarbeitet. Im Theorieunterricht in der Fahrschule lernen die Flüchtlinge die wichtigsten Verkehrszeichen kennen. In der Praxis stehen Fahrübungen auf dem Schützenplatz und eine begleitete Rundfahrt durch Lehrte auf dem Programm.

Am Ende der neunstündigen Schulung absolvieren die Teilnehmer eine theoretische und eine praktische Prüfung. Das theoretische Wissen wird in Fragebögen abgefragt. Bei der praktischen Prüfung müssen die Flüchtlinge eine unbekannte Strecke abfahren. Ehrenamtliche Prüfer stehen dann verteilt auf der Strecke um zu kontrollieren, ob die Flüchtlinge dabei alles richtig machen.

Wer besteht, darf das Fahrrad, mit dem er während des Kurses gefahren ist, behalten und bekommt zudem einen Fahrradpass. Das Dokument gilt als Nachweis für den Besitz des Fahrrades. An der Schulung dürfen nur Flüchtlinge teilnehmen, die vorher eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen haben und regelmäßig zum Unterricht kommen.

Die Räder sind allesamt Spenden. Kaysers Mann hat sie repariert und verkehrstauglich hergerichtet. Nach bestandener Prüfung werden sie von der Polizei codiert.

Die erste Fahrradprüfung haben Ende November 13 Flüchtling erfolgreich bestanden. Weil das Interesse groß ist, sind weitere Kurse geplant. Auch eine Extra-Schulung für Kinder soll demnächst angeboten werden.

Von Katja Eggers

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