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Hier entsteht das Eisenzeithaus

Grafhorn Hier entsteht das Eisenzeithaus

Der Bagger hat schon die Löcher für die Pfahlkonstruktion gebohrt, die ersten Baumstämme sind geschält: Am Naturfreundehaus Grafhorn haben am Donnerstag die Arbeiten für das Eisenzeithaus begonnen.

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Das Eisenzeithaus als Modell: Um 800 vor Christus vereinte das sogenannte Wohnstallhaus Menschen und Tiere unter einem tief gezogenen Reetdach.

Quelle: Katja Eggers

Lehrte. Wo die geplante Besucherattraktion einmal entstehen soll, kann man schon erkennen: Auf der Wiese neben dem Naturfreundehaus ist das Gelände für das begehbare Modell eines originalen Eisenzeithauses bereits abgesteckt. Ein Bagger hat dort mit einem Erdbohrer 42 Löcher in den Boden getrieben. Nächste Woche wird ein Zimmermann dort mit einem Kran die Stämme für die Pfahlkonstruktion einsetzen.

Mit dem Eisenzeithaus will sich das Naturfreundehaus zu einer historisch-ökologischen Bildungsstätte weiterentwickeln und Geschichte zum Anfassen bieten. Besucher sollen erfahren, wie die Menschen um 800 vor Christus gelebt haben.

Gebaut wird dafür ein 18 mal 7,5 Meter großes, sogenanntes Wohnstallhaus, das Wohnung, Stall und Erntelager unter einem tief gezogenen Reetdach vereint. Für den Bau der Zwei-Pfostenkonstruktion wird jede Menge Holz benötigt. Aus den Staatsforsten Burgdorf und Uetze wurden bereits rund 300 Meter Eiche für die Pfahlkonstruktion und 900 Meter Lärche für das Dach angeliefert. Für die Dachlatten kommen später noch weitere Stämme dazu.

Einen Großteil der rund 120 vorhandenen Stämme haben Christian Helmreich, Betreiber des Naturfreundehauses, sein Vater Wilfried und Max Epping, der in Grafhorn gerade ein Freiwilliges Jahr leistet, schon geschält - und zwar per Hand mit Schäleisen. „So ähnlich haben es die Menschen vor 2500 Jahren auch gemacht“, sagt Christian Helmreich. Aus Sicherheitsgründen werden die Stämme allerdings mit modernen Winkeln und Schrauben verbunden. Im nächsten Schritt kommen dann die Dachlatten und das Reetdach obenauf.

Bezugsfertig könnte das Eisenzeithaus Ende 2016 sein. „Richtig fertig wird es aber eigentlich nie sein, denn wir werden immer weiter daran arbeiten“, sagt Wilfried Helmreich. Dabei sollen auch Gäste und Schulklassen einbezogen werden und etwa Flechtwände mit Lehm verputzen, einen Nutzgarten anlegen und Zäune ziehen.

Im Grubenhaus nebenan soll später gesponnen, getischlert, geschmiedet und getöpfert werden. Erste Testläufe im Töpfern und Schmieden haben mit Schulklassen bereits stattgefunden.

Das Eisenzeithaus kostet rund 300 000 Euro. Region und Bundesumweltstiftung teilen sich die Kosten.

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