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Hilfe für Einstieg in neues Leben

Lehrte Hilfe für Einstieg in neues Leben

Die Flüchtlingshilfe in Lehrte ist offenbar überwiegend weiblich: Rund 140 Besucher, davon die meisten Frauen, haben sich beim Informationstag der Stadt und der Plattform Lehrte hilft über Einsatzmöglichkeiten informiert.

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Fatima Alagi (rechts) und Nuran Acik informieren sich beim DRK-Vorsitzenden Achim Rüter über Einsatzmöglichkeiten.

Quelle: Kühn

Lehrte. Unterbringung ist das eine – Integration das andere. Diesen Spagat beschrieb Bürgermeister Klaus Sidortschuk und machte deutlich, dass viele Flüchtlinge in Lehrte bleiben werden. „Diese Arbeit müssen wir uns teilen“, sagte er zu den Ehrenamtlichen und denen, die es werden wollen. Die Plattform Lehrte hilft könne flexibler reagieren und etwa neue Angebote schneller aus der Taufe heben.

Ziel aller Aktivitäten sei es, Flüchtlinge selbstständig zu machen, sagte Katharina Kühnle, bei der Stadt zuständig für Migration und Integration: „Sehen Sie Flüchtlinge nicht nur als Opfer, sondern als Menschen mit individuellen Fähigkeiten.“ Dazu brauche es Sympathie und Geduld, aber auch persönliche Abgrenzung und den Austausch mit anderen Helfern. Larissa Doelle hat sich bereits entschieden. „Wir wollen einen Spendenlauf und ein Schulfest organisieren“, sagt die 18-jährige Gymnasiastin. Auch Flüchtlinge an der Schule sollen dort über ihre Flucht erzählen, der Erlös soll an eine Hilfsorganisation gehen. Bislang habe sie aber noch keine persönlichen Kontakte. „Das könnte sich aber entwickeln.“ Ihre Mitschüler Jonas Timplan und Simon Hubka, die gerade ihre Ausbildung zum Jugendleiter machen, wollen Kinder und Jugendliche mit Sport- und Freizeitangeboten unterstützen.

Auch Fatima Alagi? will aktiv werden. „Ich bin als Siebenjährige selbst vor dem Bürgerkrieg in Bosnien geflüchtet“, sagt die 28-Jährige. Vor allem Deutschunterricht sei wichtig, wie sie weiß: „Bildung ist der Schlüssel zur Integration, sonst geht Potenzial verloren.“ Nur?an Acik will ebenfalls helfen und ist für vieles offen. „Jugendarbeit, Freizeit oder Alltagshilfe kann ich mir vorstellen“, meint die 24-Jährige. Dagegen ist sich Wilfried Schulze schon sicher. „Ich werde Sprachunterricht anbieten“, sagt der pensionierte ehemalige Gymnasial-?lehrer. „Man sucht sich im Ruhestand ja etwas“, erklärt der 65-Jährige seine Motivation. Was besonders dringend gesucht werde, seien persönliche Mentoren, wirbt die Gleichstellungsbeauftragte Freya Markowis. „Sie sollen Flüchtlinge an die Hand nehmen, etwa bei Behördengängen.“ Denn viele hätten Verfolgung von Behörden erlebt und trauten ihnen nicht.

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