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Holzkohlegrill in Wohnung verursacht Vergiftung

Lehrter Familie im Krankenhaus Holzkohlegrill in Wohnung verursacht Vergiftung

Eine sechsköpfige Familie in der Falkenstraße in Lehrte hat eine schwere Kohlenmonoxidvergiftung erlitten. Die Familie hatte selbst den Notarzt wegen starker Kopfschmerzen alarmiert. Laut Feuerwehr bestand akute Lebensgefahr; Ursache war ein in der Wohnung genutzter Holzkohlegrill.

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Lehrte. Gespenstische Szenerie an der Falkenstraße. Polizei, Feuerwehr und Sanitätsdienste rückten dort am Sonntag gegen 19.30 Uhr mit einem Großaufgebot an. Allein sechs Rettungswagen mit Blaulicht standen vor dem Gebäude, aus dem kurz zuvor der Notruf abgesetzt worden war. Von heftigen Kopfschmerzen war dabei die Rede gewesen, unter denen nicht nur der 46-jährige Familienvater und dessen 35 Jahre alte Frau litten, sondern auch alle vier Kinder.

Die Feuerwehr, die auch einen speziellen Messwagen aus Höver einsetzte, stellte in dem Haus eine sehr hohe Konzentration von Kohlenmonoxid fest. Die Rettungskräfte lüfteten das Haus und sperrten es ab.

Zu diesem Zeitpunkt waren die sechs Familienmitglieder bereits auf dem Weg in ein Krankenhaus. Sie befanden sich nach Einschätzung eines Feuerwehrsprechers in akuter Lebensgefahr. Eine Kohlenmonoxidvergiftung sei heimtückisch und geschehe als „schleichender Prozess“. Zunächst werde das Opfer ohnmächtig, atme dann weiterhin den Rauch ein und komme dadurch schließlich zu Tode.

Die schwer verletzten Eltern wurden am Montag in ein Krankenhaus in Soltau verlegt. Dort werden sie zur schnelleren Entgiftung in einer speziellen Druckkammer behandelt.

Wo die Familie den Grill genutzt hatte, steht noch nicht endgültig fest. Als Polizei und Feuerwehr in dem Haus an der Falkenstraße ankamen, stand der Grill außerhalb des Gebäudes. Die Ermittler wollten sich nicht festlegen zu der Frage, ob er zuvor in der Wohnung genutzt worden war. Hinweise auf einen Defekt an der Heizungsanlage schlossen die Ermittler aber aus.

2013 starb ein Junge unter der Dusche

Der Vorfall von der Falkenstraße weckt schlimme Erinnerungen an einen anderen, etwa zweieinhalb Jahre zurückliegenden dramatischen Einsatz der Feuerwehr. Damals war ein 14-Jähriger nach dem Fußballtraining in der Dusche der elterlichen Wohnung zusammengebrochen und gestorben. Rettungssanitäter und ein Notarzt waren mit ihren Wiederbelebungsversuchen gescheitert. Rechtsmediziner stellten später in der Lunge des Jugendlichen einen hohen Gehalt von Kohlenmonoxid fest. Kripo und Sachverständige nahmen seinerzeit unter anderem die Gastherme im Badezimmer der elterlichen Wohnung ins Visier. Der 14-Jährige hatte bei den C-Junioren des FC Lehrte Fußball gespielt. Bei mehreren Punktspielen im Raum Lehrte hatte es in der Folgezeit Schweigeminuten zum Gedenken an den Jugendlichen gegeben.

Achim Gückel

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