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Aus dem Ytongstein schält sich ein Herz

Lehrte Aus dem Ytongstein schält sich ein Herz

Im Jugendzentrum Hämelerwald haben jetzt Kinder erfahren, wie man aus einem unbelebten Stein etwas Fantasievolles herausholt. Bei einer Feriencard-Aktion des Vereins Therapeutische Erziehungshilfen griffen sie zu Hammer, Meißel und Feile. Ihre Kreationen durften sie mit nach Hause nehmen.

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Lucas (8, links) und Dominik (10) arbeiten an einem steinernen Herz und einem Hundenapf.

Quelle: Michael Schütz

Hämelerwald. Ein Ytongstein ist eigentlich ein ziemlich fantasieloses Objekt. Viereckig und massengefertigt ist dieser weiße Stein aus Porenbeton eben für den Hausbau vorgesehen. "Durch seine vergleichsweise weiche Konsistenz ist er aber besonders gut für Bildhauerei mit Kindern geeignet", sagt Harriet Schapfel.

So wie für Lucas und Dominik. Die beiden Lehrter Schüler hatten sich vorgenommen, etwas für den Garten herzustellen. Der achtjährige Lucas arbeitete an einem Herzen. "Mein Bruder hat auch schon eines gemacht, als er an dem Kurs teilgenommen hat." An einem Hundenapf und einer Tafel mit seinem und dem Namen eines Freundes hämmerte der zehnjährige Dominik. Die Namenstafel sei bereits die zweite Ausfertigung, sagte Dominik: "Im letzten Jahr war die schon auf der Heimfahrt zerbrochen."

Zusammen mit Anne Novak aus Hildesheim bietet Schapfel seit einigen Jahren für den Verein Therapeutische Erziehungshilfen Hämelerwald Kurse an, in denen Kinder lernen, Formen aus den Steinen herauszulocken. "Wir haben selbst mal einen Steinmetzkurs gemacht", meint Schapfel. "Dabei haben wir gemerkt, wie viel Spaß das macht." Und da sie Pflegemutter zweier Kinder sei, sei der Schritt zu einem Kinderkurs nicht schwer gewesen. Mit teilweise selbst gekauften, aber auch gespendeten Steinen machen die beiden Frauen seitdem Kinder zu Künstlern. Das Werkzeug leihen sie sich vom Hildesheimer Künstler Rüdiger Höding.

Das Angebot für die Lehrter Feriencard sei immer ein Selbstläufer, meint Schapfel. Die Kinder hätten Spaß und lernten dabei sogar Frustbewältigung: "Da Ytong sehr porös ist, bricht er leicht." Wenn dies passiere, seien die Kinder aber sehr tolerant und fingen nochmal von vorn an - so wie eben Dominik.

Die bevorzugten Objekte seien Tiere wie Kaninchen, Mäuse oder sogar ein Wal. Auch Kindermöbel für ein Puppenhaus seien bereits entstanden. Kurios sei einmal ein ein Grabstein mit dem Namen des Vaters des Kindes gewesen, erinnerte sich Novak. Es habe sich dann herausgestellt, dass der Vater noch lebe. "Aber das Kind wollte vorbereitet sein."

Von Michael Schütz

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