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Angeklagter: Gasexplosion war keine Absicht

Lehrte Angeklagter: Gasexplosion war keine Absicht

Im Prozess um die Gasexplosion in einem Mehrfamilienhaus an der Burgdorfer Straße im Dezember 2014 hat der Angeklagte vor dem Landgericht Hildesheim bestritten, die Explosion vorsätzlich herbeigeführt zu haben. Im Raum steht dabei die Frage nach dessen Schuldfähigkeit.

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An Stelle des nach der Gasexplosion abgerissenen Hauses an der Burgdorfer Straße/Ecke Grünstraße in Lehrte entsteht ein Wohngebäude mit einer Ladenzeile im Erdgeschoss.

Quelle: Oliver Kühn

Lehrte. "Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion" - so lautete der offizielle Vorwurf der Staatsanwaltschaft zum Prozessauftakt am gestrigen Montag. Demnach soll der heute 39-jährige Lehrter in seiner Mietwohnung vorsätzlich Gas aus einer Therme ausströmen lassen und dann Feuer entfacht haben. Dadurch habe er eine Explosion zumindest billigend in Kauf genommen.

Doch diesen Tatvorwurf hat der 39-Jährige beim gestrigen Prozessauftakt als falsch bezeichnet. "Er hat bestritten, einen Brand gelegt zu haben", sagt Gerichtssprecher Felix Muntschick. Vielmehr sei die Flamme an seinem Gasbrenner ausgegangen. Als er diese wieder per Hand selbst anzünden wollte, sei es zu dem Unglück gekommen.

Die Detonation hatte weite Teile der Innenstadt erschüttert, Menschen aus umliegenden Häusern waren ins Freie geflüchtet. In dem Wohnhaus an der Burgdorfer Straße/Ecke Grünstraße war der Dachstuhl in Flammen aufgegangen, waren Fenster sozusagen weggesprengt und Dachziegel weiträumig in der Umgebung verteilt worden. Wie durch ein Wunder war nur der Angeklagte bei der Explosion leicht verletzt worden. Das Gebäude war danach ein Totalschaden und abgerissen worden. Dort entsteht zurzeit ein Wohnhaus mit einer Ladenzeile im Erdgeschoss.

Gestern sind außer dem Angeklagten noch Zeugen vernommen worden. Das waren vor allem Polizeibeamte und ein Sachverständiger. Einzelheiten dazu konnte Muntschick nicht mitteilen. Doch die Aussage des Gutachters ist von entscheidender Bedeutung für den Prozess. Dabei geht es um die Frage der Schuldfähigkeit des Angeklagten. Die Staatsanwaltschaft geht von einer erheblich verminderten Schuldfähigkeit aus. Das Feuer habe der Angeklagte mutmaßlich gelegt, weil er sich aufgrund einer psychischen Erkrankung verfolgt fühlte. 

Diese Gesamtlage muss das Landgericht Hildesheim nun am zweiten und letzten Prozesstag am 24. Mai würdigen. Gerichtssprecher Muntschick geht davon aus, dass dann auch das Urteil gesprochen wird.

Von Oliver Kühn

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