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Ein Rennofen besteht aus Lehm und Geduld

Lehrte Ein Rennofen besteht aus Lehm und Geduld

Lehm, Stroh und viel Geduld sind am Wochenende nötig gewesen, um am Eisenzeithaus in Grafhorn erstmals einen so genannten Rennofen zu bauen. Damit will die dortige Bildungsstätte in den kommenden zwei Wochen demonstrieren, wie vor 2500 Jahren das damals wertvolle Metall Eisen hergestellt wurde.

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Aus Lehm und Stroh bauen Max Epping (links) und Florian Kobbe den Rennofen am Eisenzeithaus auf.

Quelle: Michael Schütz

Grafhorn. Es ist schon verständlich, dass im Jahrtausend vor Christi Geburt Lanzen größtenteils aus Holz waren und nur eine Spitze aus Metall hatten. "Eisen war damals sehr aufwendig in der Herstellung und dadurch sehr wertvoll", sagt Florian Kobbe. Er und einige Mitstreiter von der Natur- und kulturhistorischen Bildungsstätte am Naturfreundehaus Grafhorn zeigen am Sonntag auch gleich, wie mühsam die Gewinnung von Eisen war. Dazu baut die Gruppe einen so genannten Rennofen. Der etwa ein Meter hohe Ofen wurde in der Eisenzeit zur Verhüttung genutzt. Kobbe und seine Mitstreiter wollen diesen Prozess jetzt nachstellen.

Schon allein der Bau des Ofens würde die Geduld so mancher Zeitgenossen strapazieren. Schicht um Schicht legen die experimentellen Hobbyarchäologen aufeinander, um einen hohlen Zylinder zu formen. Dazu muss immer wieder Lehm mit Stroh und Wasser vermischt und aufgetragen werden. Zum zwischenzeitlichen Trocknen dient ein Feuer, das im Kegel angezündet wird. "Sonst würde der nasse Lehm absacken", erklärt Kobbe.

Über Stunden arbeitet die Gruppe so an dem eisenzeitlichen Bauwerk. Dabei gilt es, die kleine Öffnung am Fuß nicht zu vergessen. Dort wird dann bei der Verhüttung der Blasebalg eingeführt. Denn nur die konstante Zufuhr von Sauerstoff hält den Prozess in Gang. In den Ofen würden dann kontinuierlich eisenhaltiges Erz und Kohle eingefüllt. Dabei wird das Gestein zu reinem Eisen reduziert. Die Schlacke rinnt in eine Grube. Daher rührt der Name des Ofens.

Der zeitaufwändige Prozess der Eisenverhüttung wird dann am Sonntag, 13. Mai, am Eisenzeithaus demonstriert. Beginn ist um 10 Uhr. "Aber das gewonnene Eisen wird erst am Abend zu sehen sein", meint Kobbe. Wer bei dem Experiment helfen möchte, könne trotzdem schon früher kommen. Es müsse ja schließlich ständig der Blasebalg bedient werden. "Besonders Kinder machen das immer sehr gern", sagt Kobbe. Aus dem gewonnenen Eisen will die Bildungsstätte später, ganz nach originalem Vorbild, Messer schmieden.

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Von Michael Schütz

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