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Zusammen Vorurteile wegfeiern

Lehrte Zusammen Vorurteile wegfeiern

Hunderte von Lehrtern sind am Sonntag Nachmittag zum ersten Kulturfest vor der Moschee an der abgesperrten Straße Zum Alten Dorf gekommen. Yurdumspor und das DRK-Montagscafé hatten dazu eingeladen, um Kontakte zwischen Einheimischen und Flüchtlingen zu knüpfen. Organisator Dirk Ewert freute sich über den großen Andrang.

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Beim Kulturfest kommen sich Einheimische und Flüchtlinge näher (großes Bild). Semin (13) malt am Stand des Montagscafés, was er sich unter Heimat vorstellt (kleines Bild oben). Eckhard Grobe (Bild rechts, von links) von der Polizei codiert das Fahrrad von Beate Teiwes, während ihr Mann Jürgen zuschaut.Schütz (3)

Quelle: Michael Schütz

Lehrte. Der Austausch zwischen Lehrtern und Flüchtlingen, die in der Stadt wohnen, sei verbesserungswürdig, befand Organisator Dirk Ewert von Yurdumspor. Deswegen habe er die Idee dieses Festes gehabt. „Im direkten Kontakt fallen die Vorurteile schnell.“ Das fanden die Flüchtlinge selbst ebenfalls. „Die Menschen auf dem Fest sind sehr entspannt“, sagte Adam Fadel Adam Fadel aus dem Sudan. Diesem Urteil schloss sich der Somalier Hamsa Warsame an, während er sich in die Schlange einreihte, um sein Fahrrad codieren zu lassen.

Dass das Polizeikommissariat sich mit der Codierung an dem Fest beteiligte, hatte einen Grund: „Auf diese Weise kommen noch mehr Lehrter zum Fest“, meinte Ewert. So ging es auch Horst und Christa Grethe, die sich in die Warteschlange gestellt hatten. Die Vorurteile, die Ewert bei manchen Lehrtern ausgemacht hat, sind bei den Grethes nicht vorhanden. „Es ist gut, dass sie hier sind“, sagte Christa Grethe. „Sie können ja nichts dafür, dass sie aus ihren Ländern flüchten mussten.“ Sie zog eine Parallele zur deutschen Nachkriegszeit, als viele Flüchtlinge aus dem Osten kamen: „Da mussten wir uns auch arrangieren.“

Über den Andrang auf dem Fest vor der Moschee, bei dem sich auch die Kindertanz- und Trommelgruppen von Yurdumspor zeigten, war Ewert erstaunt. „Das ist das erste Mal, dass wir das machen.“ Mit einer solchen Resonanz habe er nicht gerechnet. Besonders freute es ihn, dass alle Religionen friedlich zusammen feierten. „Neben Moslems haben wir hier Jesiden aus dem Irak und Christen aus Äthiopien.“ Etwas Ähnliches werde es wieder geben. „Eigentlich müsste man das alle drei Wochen machen.“

Von Michael Schütz

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