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Müssen Spielhallen bald schließen?

Lehrte Müssen Spielhallen bald schließen?

In Lehrte könnte es bald viel weniger Spielhallen geben. Die Stadt setzt die Vorgaben des Glücksspielstaatsvertrages um. Dieser besagt, dass es ab dem 1. Juli einen Mindestabstand von 100 Metern zwischen einzelnen Spielhallen geben muss. Welche Betreiber schließen sollen, hat nun das Los entschieden.

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Spielhallen müssen künftig einen Mindestabstand von 100 Metern haben und dürfen nicht mehr mehrere Konzessionen unter einem Dach haben. Auch die Spielhalle an der Berliner Allee könnte dem neuen Glücksspiel-Staatsvertrag zum Opfer fallen.

Quelle: Katja Eggers

Lehrte. Die neuen Vorgaben des Glücksspielstaatsvertrages sollen die Spielsucht eindämmen. Auch die Stadtverwaltung Lehrte setzt die Regelung derzeit um. Von den Vorgaben sind laut Stadtsprecher Fabian Nolting vier Spielhallen betroffen. Sie haben entweder einen zu geringen Abstand zur nächsten Spielhalle oder werden mit mehreren Konzessionen unter einem Dach betrieben. Beides soll künftig nicht mehr möglich sein.

Die Stadt hat die betroffenen Betreiber informiert und sie im Spätsommer ins Rathaus bestellt. Dort wurde per Losverfahren entschieden, welche der betroffenen Spielhallen schließen müssen. In Lehrte gibt es derzeit sechs Spielhallen, fünf von ihnen befinden sich in der Kernstadt, eine ist in Hämelerwald.

Stadtsprecher Nolting wollte noch keine Auskunft darüber geben, welche Betreiber ihre Betriebe dicht machen müssen. "Ich kann dazu nichts sagen, weil das Verfahren noch läuft und weil auch schon Klagen anhängig sind", erklärte der Stadtsprecher. Laut Nolting haben alle betroffenen Spielhallenbetreiber bereits Klage erhoben.

Heftige Kritik kommt zudem vom Automatenverband Niedersachsen. Die restriktive Umsetzung des Glücksspielstaatsvertrages führe dazu, dass etliche legale Spielhallen schließen müssten, tausende Arbeitsplätze vernichtet würden, Spieler in die illegalen Spielstätten und das Internet ausweichen müssten und die Kommunen extreme Steuereinbußen hätten, heißt es in einer Presseerklärung.

Wie der wirtschaftliche Verlust für die Stadt Lehrte aussehen würde, konnte Nolting nicht genau sagen. Im aktuellen Haushalt sind rund 600.000 Euro Einnahmen aus der Glücksspielsteuer veranschlagt.

Präventionsprojekte

Einen großen Schritt gegen die Spielsucht in Lehrte hat die Politik bereits 2012 unternommen und die Vergnügungssteuer für Glücksspielautomaten von zwölf auf 20 Prozent angehoben. Aus den Mehreinnahmen sollten Präventionsprojekte finanziert werden. Im Haushalt waren dafür jeweils 35.000 Euro für die Jahre 2015 und 2016 eingeplant.

Laut Stadtsprecher Fabian Nolting haben mit diesem Geld bereits etliche Aktionen an Schulen und in Kitas stattgefunden. Unter anderem gab es Theaterstücke zum Thema Jugendschutz. Die Stadt schickte zudem jugendliche Testeinkäufer mit dem Auftrag los, sich in Geschäften Alkohol oder Zigaretten zu kaufen. Ein Vortrag informierte über das Thema Glücksspielsucht.

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Die Spielhalle an der Burgdorfer Straße könnte ebenfalls von einer Schließung bedroht sein.

Quelle: Katja Eggers

Von Katja Eggers

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