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Förster: Nicht querfeldein durch Wald gehen

Lehrte Förster: Nicht querfeldein durch Wald gehen

In Hämelerwald ist das Vereinsleben offenbar noch intakt. Das ist beim Jahresempfang im Schulzentrum Ost am Freitagabend deutlich geworden: 25 von 26 Vereinen waren durch Vorstandsmitglieder vertreten.

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Uwe Herbig hat Waldkauz und Waschbär mit in die Mensa gebracht.

Quelle: Michael Schütz

Hämelerwald. Der Jahresempfang sei ein Dankeschön an die Vereine und die Arbeit der Vorstände, begründete Richard Scharlemann, Vorsitzender der Vereinsgemeinschaft, die Einladung. Dass dieser Dank nicht unbegründet scheint, erklärte Wilhelm Busch. Der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Lehrte verwies in seinem Grußwort auf die Schwierigkeiten vieler Vereine, ihre Vorstandsposten ehrenamtlich zu besetzen. "Ich weiß, wie schwierig es ist, wenn ein neuer Schatzmeister gesucht wird."

Gespräche bei einem warmen Büfett waren zwar die Hauptsache dieses Jahresempfanges, aber auch bei der inzwischen sechsten Auflage gab es zu Beginn geistige Nahrung durch zwei Vorträge. "Wir haben uns im Vorfeld Gedanken über das Thema gemacht", meinte Scharlemann. Schließlich seien sie auf ein im wahrsten Sinn des Wortes nahe liegendes Thema gekommen: „Wir sind hier ja von Wald umgeben.“ Also luden sich die Vereinsvertreter Experten zu den Themen Ökonomie und Ökologie des Waldes ein.

Dazu mussten sie gar nicht so weit schauen, denn im Vorstand der Vereinsgemeinschaft sitzt Uwe Herbig. Der Vorsitzende der Schützen vom Bürgercorps beobachtet seit einigen Jahren das Vorkommen des Waldkauzes und beringt den Bestand im Hämeler Wald. Die gesammelten Daten meldet er an das landeseigene Institut für Vogelforschung in Wilhelmshaven. Er brachte den Besuchern den Vogel und andere Tiere in Hämeler Wald und im Hainwald nicht nur verbal näher. Er hatte auch ausgestopfte Exemplare von Waldkauz, Schleiereule oder Waschbär mit an den Riedweg gebracht.

Über den wirtschaftlichen Aspekt der Waldgebiete um den Ort referierte Lutz Petersen. Der Hämelerwalder ist Förster und Mitarbeiter der Niedersächsischen Landesforsten. Petersen beschrieb nicht nur die einzelnen Baumarten in den zum größten Teil in privater Hand befindlichen Wälder. Er brachte seinen Zuhörern ebenfalls nahe, dass die Forsten seit rund 300 Jahren nachhaltig bewirtschaftet würden. So müssten Nadelhölzer rund 50 Jahre, Laubhölzer sogar 70 Jahre wachsen, bevor sie geschlagen werden könnten. Das Holz werde für so verschiedene Zwecke wie schwedischen Möbelbau, holländische Bodenpfähle zum Hausbau oder französische Weinfässer genutzt.

Auf die Frage, ob es denn Konflikte zwischen wirtschaftlicher Nutzung und Spaziergängern gebe, hatte er einen Rat mitgebracht. Der Wald solle ausdrücklich für die Naherholung genutzt werden können. „Aber die Besucher sollten nicht querfeldein gehen."

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Von Michael Schütz

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