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Hilfe für ein neues Leben

Lehrte Hilfe für ein neues Leben

Der Lehrter Verein Yurdumspor bietet seit April ein Job-Coaching für Flüchtlinge an. Donnerstagvormittags dreht sich unter der Leitung von Andrea Gabcke und Barbara Hoffmann im Haus der Vereine alles um Beruf und Arbeit.

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Barbara Hoffmann füllt mit den Sudanesen Imad (links) und Ismail Profilbögen für
Bewerbungen aus.

Quelle: Katja Eggers

Lehrte. „Wir helfen bei allen Fragen zur Integration in Arbeit“, sagt Gabcke. Im Coaching werden Bewerbungsunterlagen erstellt, Vorstellungsgespräche simuliert und Deutschkenntnisse für den Beruf vermittelt. Hoffmann hat mit den Flüchtlingen Job-Porträts über Berufe wie Kellner oder Gärtner geschrieben und Werkzeuge erklärt. „Ich hatte zur Veranschaulichung auch schon mal eine Bohrmaschine mit“, sagt sie und lacht.

Beim jüngsten Treffen hat Gabcke die Teilnehmer über das Projekt „Newcomer Drive Trucks“ der Straßenverkehrsgenossenschaft Niedersachsen informiert. Asylsuchende aus Syrien, Eritrea, Irak und Iran können dort einen Deutschkurs besuchen und eine Ausbildung zum Lastwagen- oder Busfahrer machen. Sobald ihr Aufenthaltsstatus dauerhaft positiv ist, bekommen sie in dem Unternehmen zudem eine Chance auf einen Arbeitsplatz.

„Ihr müsst dafür aber einen Führerschein haben“, betont Gabcke. Ein Teilnehmer zeigt auf sein Handy. Er hat seinen Führerschein fotografiert, die Originalpapiere hat er nicht mehr. Gabcke will sich schlaumachen, ob das Foto ausreicht. Ashty aus dem Irak kann seine Führerscheinpapiere hingegen vorlegen und möchte die Ausbildung gern machen. Der 22-Jährige ist seit neun Monaten in Deutschland und seit sieben Monaten in Lehrte. Das Newcomer-Projekt bietet ihm die Möglichkeit, langfristig in Deutschland zu arbeiten.

Imad möchte hingegen gern als Koch arbeiten - wie zuvor 13 Jahre lang im Sudan. Wegen des Fachkräftemangels in Deutschland stehen seine Chancen gut. „Pfleger und Köche sind sehr gefragt“, sagt Gabcke und will für Imad einen Praktikumsplatz organisieren.

Mithilfe des Job-Coachings haben bereits 15 Flüchtlinge eine Arbeit gefunden. Zwei haben eine Ausbildung angefangen, 15 machen ein Praktikum: Hamsa ist in einem Cateringbetrieb in Hannover, Sultan macht sein Praktikum im Backshop im E-Center, und Alamin ist in einer Autowerkstatt untergekommen. Mit dem Praktikum überbrücken die Flüchtlinge mitunter die Zeit, bis ihre Arbeitserlaubnis vorliegt. Laut Gabcke dürfen Asylbewerber drei Monate nach ihrer Ankunft in Deutschland einen Job annehmen - allerdings nur, wenn kein Deutscher oder EU-Bürger für den Job infrage kommt.

Flucht und Fußball: RTL dreht

Das Interesse am Mandela-Team ist groß. Seit das NDR-Fernsehen über Lehrtes Fußballmannschaft aus Flüchtlingen den 60-minütigen Film „Flucht, Fußball und ein Stückchen Glück“ als Nordstory gezeigt hat, wollen auch andere Medien berichten. „RTL Nord war da und hat die Jungs zwei Stunden lang beim Fußballtraining begleitet“, sagt Dirk Ewert, Integrationsbeauftragter beim Verein Yurdumspor, bei dem das Mandela-Team beheimatet ist. Der NDR wolle zudem eine Fortsetzung drehen. Ferner will ein Fotografiestudent der Hochschule Hannover über die Flüchtlinge eine Fotoreportage machen. Schüler des Lehrter Gymnasiums haben mit den Flüchtlingen im Politikunterricht Interviews geführt – und eine Klasse aus Hannover will für Interviews ebenfalls gern vorbeikommen.

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