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Musical: Luther liebt den Akkuschrauber

Lehrte Musical: Luther liebt den Akkuschrauber

Was wäre, wenn Martin Luther in der heutigen Zeit einer Kirchengemeinde zur Seite stehen würde? Diesen ungewöhnlichen Ansatz betrachtete die Matthäusgemeinde am Sonntagnachmittag, als Kantorin Birgit Queißner mit gut 20 Kindern und Jugendlichen ein Musical zum Lutherjahr auf die Bühne brachte.

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Martin Luther (Jonas Prüß, Mitte) weiß im Himmel wenig mit sich anzufangen, während seine Frau Katharina (Laura Prüß, rechts) das Geschehen auf der Erde beobachtet.

Quelle: Michael Schütz

Lehrte. Die rund 40-minütige Aufführung in der Matthäuskirche war der Auftakt zur 3. Lehrter Woche der Stimme, die bis zum kommenden Sonntag Gesang und Musik in den Mittelpunkt stellt.

Das Musical "Mit Luther ist alles in Butter" wollten sich viele Lehrter nicht entgehen lassen. Das Kirchenschiff war gut gefüllt, als ein grummelnder Martin Luther auf die Bühne trat. Warum der Reformator schlechte Laune hatte, hatten sich Queißner und Matthäuspastorin Gesa Steingräber-Broder ausgedacht und aufgeschrieben. Die beiden hatten sich Gedanken gemacht, wie wohl Luther auf die heutigen Bedingungen kirchlichen Lebens eingehen würde und ließen ihn und seine Frau Katharina von Bora als Berater vom Himmel herabsteigen.

Das Ergebnis war durchaus überraschend, denn die beiden Autorinnen porträtierten Luther als einen eher baumarktorientierten, leicht kindlichen Mann ("Welche Tür soll ich nehmen? Wo sind die Nägel?"), wohingegen seine Frau die klugen Gedanken für das Alltagsleben hatte. "Katharina war auch wirklich die Praktischere von den beiden", erklärte Steingräber-Broder. Klar, dass diese Parallelen zu so mancher heutigen Ehe beim Publikum viele Lacher hervorriefen. Luthers Glücksgefühle angesichts eines Akkuschraubers wirkten sehr modern.

Die Rollen von Luther und Katharina füllten mit Jonas und Laura Prüß zwei erfahrene Sänger aus, die die lustigen Stellen bestens zu präsentieren wussten. Sie hatten sich im Vorfeld Gedanken über ihre Figuren gemacht. Aber Vieles ist im Text ja auch schon vorgegeben, meinten sie-

Die Aufführung hatte aber durchaus auch ernste Seiten, denn angesprochen wurden die Zwänge heutiger Kirchengemeinden im Zeichen neuer Wörter wie Fundraising. "Wir wollen zwar die frohe Botschaft verbreiten", sagte die Pastorin. Aber dazu gehörten auch die entsprechenden Gebäude, sprach sie die kastspielige Er- und Unterhaltung von Kirchen an.

Die Woche der Stimme hält noch bis zum kommenden Sonntag Veranstaltungen bereit, darunter etwa ein Offenes Singen am Freitag, 8. September, um 19.30 Uhr im Kirchenzentrum am Markt, sowie ein Großes Chorkonzert am Sonntag, 10. September, um 18 Uhr in der Matthäuskirche.

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Der Kinderchor SchmetterTon sorgt für die Begleitung der Sänger.

Quelle: Michael Schütz

Von Michael Schütz

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